23.9.2005
23.9.2005

23.9.2005 ... ein kleiner Ausflug nach Portland


Der Tag begann wieder sonnig und warm, nach einer doch herbstlichen Nachtfrische. Wir dachten, das wäre eine gute Gelegenheit, ein bisschen Portland zu erkunden. Also rein ins Auto und los. Als erstes lag der Lake Oswego zu unseren Füssen, und da Wochenende war, auch massig Betrieb. Hier scheint jeder mit seinem eigenen Boot auf Tour zu sein. Ein Stückchen weiter Richtung Stadt trafen wir dann auf den Williamette-River, der auch mitten durch die Stadt fließt. Auch hier Idylle überall. An den vielen Nebenarmen des Flusses Bootsstege, Boote und Angler. Und dazu ein Traumwetter. 
Auf der Weiterfahrt nach Portland kamen wir an einer "Spagetti-Factory" vorbei - umgebaut zu einem Restaurant. Mein lieber Schwan, was für ein Ambiente innen drin. Mit Essen habe ich noch so meine Probleme und deshalb blieben wir draußen - ebenfalls mit Blick auf den Columbia-River in der Sonne sitzend. Während dessen fotografierte Anni eine flatternde US-Flagge am laufenden Band.
Portland ist eine Stadt zwischen 2 Flüssen, dem Williamette-River und dem mächtigen Columbia-River, der auch gleichzeitig Grenzfluss zwischen Oregon und Washington ist. Portland ist ein gemütliches Städtchen mit einem riesigen bewohnten Umland. In Oregon gibt es laut meinem Reiseführer an die 3,6 Mio Einwohner, 1,6 Mio davon leben im Grossraum Portland. Das Wetter ist hier ausgesprochen gut und mild - und das kann ich bestätigen. Und der Lebensqualitäts-Faktor ist hier sehr, sehr hoch. Soviel zu den Daten. Ich habe da als erstes festgestellt, dass es an die 10 Brücken gibt - und zwar in jeder Qualität - die über den Williamette-River gehen und somit Downtown mit den anderen Stadtvierteln verbinden.
Es gibt eine kostenlose ! Innenstadt-Strassenbahn, "kleine Wege "zwischen den Sehenswürdigkeiten und viele Attraktivitäten, sogar ein Convention Center. Am besten besichtigt man zu Fuß bzw. mit der kostenlosen Bahn die Innenstadt. Aber das ist für mich heute illusorisch. Besonders interessiert mich ein Besuch im Museum "am Ende des Oregon Trails". Aber den ersten Gesamt-Eindruck fand ich aufregend und wir werden sehen, wie das Wetter bleibt und meine Fitness sich entwickelt


24.09.2005 ein Trip an die Küste von Oregon


Das Wetter ist immer noch aufregend gut und wir beschließen, an die Küste zu fahren. Wenigstens noch mal Meer sehen. Und so machten wir uns auf die Tour. Landschaftlich für alle geschaffen, die Grün, Berge, Meer und Ruhe suchen. Wir haben uns Tillamook ausgesucht, weil das als kleiner Rundtrip möglich war. Leider ist es etwas diesig heute morgen und so kann man den Mount Hook zwar in seiner Pracht ahnen, aber nicht sooo toll sehen. Auch hier hat der Herbst durchgeschlagen. Unten an der 101 Küstenstrasse fuhren wir südlich Richtung Tillamook. Hier gibt es anders als an der kalifornischen Küste zumindest in diesem Bereich viele tiefe Buchten - ein Paradies für Angler, wie man unschwer sehen kann. Das Meer ist sehr "gischtig" und ganze Bahnen feuchter Gischt ziehen über die Buchten. Touristen gibt es hier bestimmt auch mal, aber jetzt nicht mehr.
In Tillamook meinte Anni, sie müsse sich endlich mal wieder satt essen. Und so gingen wir in einen am Wegesrand liegenden "Pizza-Hut". Und glauben Sie ja nicht, dass das vor mir stehende, lecker aussehende Essen von mir verzehrt worden wäre... Danach ging es wieder durch Wald, Berg, Tal und Stau zurück nach Portland bzw. dem Vorort mit unserem Quartier.

 


25.09.2005 Weiterfahrt zum Mount St. Helens

Gestern Abend hatten wir noch einen Anruf von der reizenden und liebenswürdigen Katherine aus dem Krankenhaus - die uns zu sich nach Hause einlud. Ihr Mann Dale spricht ein bisschen Deutsch, und entweder ihm oder uns soll da wohl ne Freude gemacht werden..... Also haben wir umgeplant, um ihre Einladung am Dienstag Abend annehmen zu können. Deshalb ziehen wir die "Krater-Tour" vor. Ist auch alles nicht so weit und normalerweise als Tagestour abzuhaken.
Als erstes aber wollten wir richtig frühstücken und ein " Loghome" aufsuchen, das unserem Motel gegenüber lag. Juhu, 2 Eier habe ich gespeist in Blockhaus-Atmosphäre und so konnte der Tag eigentlich gut beginnen...
Das Oregon- Trail-Center hatte heute morgen leider geschlossen und so kam es, dass wir bereits um 14:00 Uhr in Kelso im Hotel sitzen. Mir ist das sehr recht. Und Anni wohl auch, denn die tobte durch den Pool und den Spa und fühlte sich wohl auch sauwohl. Morgen gehts dann mal wieder ernsthaft auf Tour. Bin gespannt, was ich berichten kann, da der Berg Mount St. Helens momentan auch schon wieder grummelt..


26.9.2005
26.9.2005

26.9.2005:

Am frühen Morgen begrüßte uns neben dem Autobahn-Lärm auch ein sonniger Tag. Allerdings war es herbstlich kühl- so um die 10 Grad. Für Anni alles kein Hindernis - rein ins kürzärmelige Blüschen und los geht's ( ich habe da nur leise nachgefragt, ob sie nicht gerade Washington mit Florida verwechselt?)
Aber nach gutem, kleinen Hotelfrühstück ging es los. Diese Strecke zum St. Helens ist die, bei der man die ganze Katastrophe von 1980 sehen kann - oder besser das, was noch davon übrig ist. Hin und zurück 100 Meilen. Der untere Teil beginnt auch heute wieder lieblich und durch Wälder. Erst nach ca. 25 Meilen beginnt die "Blast Zone".
Als wir 1993 hier waren, sah das schon ein bisschen anders aus als heute. Damals begann man gerade damit, alles wieder aufzuforsten. Heute ist alles wieder dicht bewaldet. Als Vergleich: stellen Sie sich den Schwarzwald vor, der plötzlich kahl da stünde. Viele Hügel, alle bis oben hin voller Nadelbäume, in der Mitte ein Bach, Rindviecher, saftige Weiden und Idylle pur. Und plötzlich bricht da der doch seit 100 Jahren friedliche Vulkan einfach aus, reißt innerhalb Sekunden mit seiner mächtigen Druckwelle alles weg und nieder. Alle Bäume waren entweder weg oder es standen nur noch die nackten Stämme von uralten Bäumen da. Als nächstes platzte da mal eben 400 Meter Berg weg und da es sich bei St. Helen um einen pyroclastischen, also Aschevulkan, handelt, kam natürlich auch die "Welle" mit mehr als 400 Sachen den Hang herunter und begrub sämtliche Idylle unter meterdickem, bis 600 Grad heißen Asche-Staub-Fluss. Obwohl man eine Weile vorher wusste, das sich da was tat, sind noch an die 30 Menschen gestorben, meist Journalisten.
Heute sieht man davon nur noch den "Fluss" durch den die Welle krachte. Allerdings ist unser Berg momentan wieder unruhig. Und man sieht sehr schön, dass innerhalb des weggeplatzten Teils Rauchaktivitäten stattfinden. Ich möchte nicht da oben sein, sollte es mal wieder krachen. Da kommst`e nicht mehr weg.
Mittlerweile gibt es mehrere Aussichtspunkte, auch Heli-Flüge sind möglich. Die Strecke ist gut ausgebaut mit vielen Haltepunkten, an denen man richtig was sehen kann. Ich kann allerdings empfehlen, diese Tour lieber nach 14:00 Uhr zu machen. Wir hatten den ganzen Morgen Gegenlicht, was auch reizvoll, aber nicht gut zum Fotografieren ist.
Ich denke, die wichtigsten Stellen auf der ganzen Tour sind: 1.) Coldwater Ridge Visitor Center und 2.) Johnston Ridge Observatory.
An ersterem, ziemlich weit oben in der "Blast-Zone" gelegen, haben Sie einen guten Blick in den Krater und seine Qualmerei. Man steht auch oberhalb eines Bergsees, der sich nach der Katastrophe gebildet hat. Und man hat überhaupt einen sehr guten Überblick. Wir haben an dieser Stelle festgestellt, dass unser "Golden Eagle-Pass" zwar für den Karteninhaber galt, Anni musste aber trotzdem 6 Dollar bezahlen. War gut investiertes Geld.

Den Höhepunkt dieser Tour heute fanden wir aber erst am "Observatory". Von dort aus-vis-a-vis des Berges, wird alles gemessen und kontrolliert. Man kann sich den Seismographen, der die ganzen Erschütterungen aufzeichnet, als Tourist sogar ansehen, bzw. sogar mal simulieren, wie es wäre wenn. Musste Anni natürlich sofort ausprobieren. Muss sie wohl beeindruckt haben, sie war etwas blass um die Nase.....Ferner gab es dort ein 3D-Modell, wo die fürchterlichen Eruptionen von 1980 erklärt wurden. Natürlich ein Theater al la IMAX und viele Spielereien, Restaurants und Shops. Außerhalb des Observatoriums konnte man auf vorgezeichneten Wegen andere Blickwinkel zum St. Helen bekommen. Im übrigen war richtig was los auf der Strecke. Schon seit dem frühen Morgen sahen wir stapelweise Rentner auf Tour.
Alles in allem hat diese Tour bei sehr! gemütlichem Ablauf 7 Stunden bis zurück zu unserem letzten Quartier gedauert mit insgesamt 150 Meilen. Da es aber bis Portland zurück nur weitere 42 Meilen sind, haben wir es eben versucht, in die Richtung zu kommen. Gelandet sind wir in "Vancouver" - nein, nicht das in Kanada... Unterwegs "trafen" wir noch einen dieser endlosen Züge. Unserer hatte 3 Zugmaschinen und 122! Waggons und auf dem letzten stand das Dixi-Klo -echt! Wir haben uns nun überlegt, wir der/die Schaffner das wohl machen, wenn man mal dringend muss. Anni hatte die beste Idee: der, der muss steigt vorne aus und braucht nur zu warten bis der letzte Waggon vorbeikommt. Frauenlogik!
Das Wetter ist schlechter geworden und wir warten ab, was wir morgen machen. Entweder Portland City oder den "Oregon Trail", denn morgen abend sind wir ja zum Essen eingeladen


27.9.2005: Besuch des "End-of-Oregon-Trails" Portland


heute morgen war erst mal das Wetter schlecht - sehr ungewohnt für uns. Nix strahlend blauer Himmel, sondern tief hängene Regenwolken. Infolgedessen beschlossen wir, nicht die Columbia-Gorge zu machen, sondern lieber diesen Oregon Trail.
Eine schlechte Idee. Nun denn, wenn jemand Vorfahren hat, die mit dem Trail nach hier gekommen sind, oder der wirklich ein stolzer Oreganer ist - ok. Ansonsten sind 7 Dollar pro Person rausgeschmissenes Geld. Die Anlage besteht aus 3 überdimensionalen Planwagen. Aber man kann nur in den ersten ein bisschen rein. Ansonsten wird man im vorgegebenen Rhythmus von einem Vortrag zum anderen Film gejagt. 
Wir haben das beste draus gemacht, und da mittlerweile die Sonne wieder da ist, sind wir zum Einen einen Happen essen gegangen und zum Anderen haben wir ein Nachmittagsschläfchen gemacht. Heute Abend sind wir ja zum Essen eingeladen. Und für uns ist es schon eine Art Premiere in einen amerikanischen Haushalt eingeladen zu werden. Wir freuen uns darauf.
Morgen geht es denn nun endgültig Richtung Yellowstone- Park. Laut Wetterbericht schneit es dort momentan und vielleicht kriegen wir, wenn wir in ein paar Tagen dort sind, ja satt Sonne und Schnee....

 


28.9.2005 Portland - The Dallas
28.9.2005 Portland - The Dallas

28.9.3005:

Columbia River Gorge Tour mit Tagesstop in dem Ort " The Dalles"
Heute morgen fühlte ich mich endlich mal etwas ausgeschlafener. Ich habe es geschafft, wenigstens mal 5 Stunden hintereinander zu schlafen. Und schon habe ich wieder die "Hummeln im Po". Leider ist es draußen neblig, aber man sieht, das wird noch was. Gegen 9:00 Uhr sattelten wir unsere Hühner um loszufahren. Gestern haben wir noch darüber diskutiert, ob man den Columbia River nördlich von der "Washington-Seite" macht, oder südlich von der Oregon-Seite. Gemacht haben wir ihn dann heute von der Washington-Seite, weil es dort eine Nebenstrasse ohne viel Verkehr ist. War ganz gut so, weil man hier meist "oben" fuhr und den River unten besser sehen konnte. Schlecht war allerdings das Gegenlicht. 
Auf die andere Seite gewechselt sind wir an der ersten Staustufe über eine derart abenteuerliche Brücke - die dann auch noch 1 Dollar Maut kostete- dass es allein aus diesem Grunde schon klasse war. Direkt dahinter liegt der Ort "Cascade Locks". Und von dort zurück nach Bonneville zum Damm sind es nur 1 Meile
Gesehen haben MUSS man das da mal. Erstens gibt es dort eine "Hatchery", eine Lachsaufzucht-Station bis zum bitteren Ende - und das ist dann ca. 50 cm lang und ein paar Kilos schwer. Allerdings gibt es dort auch Becken, in dem Lachse bis 1 Meter Länge munter rumschwimmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die noch für den Verzehr züchtet, oder war da noch was mit der Brut? Grübel..... Ich fand es trotzdem interessant, weil hier nicht nur Lachse für den Verbrauch, sondern auch Lachse für die Natur gezüchtet und aufgezogen werden. Allerdings hätte es mich jetzt noch toll gefreut, wenn wir Lachse hätten springen sehen - die Jahres-Zeit passt ganz gut. Im in der Nähe liegenden Visitor-Center bemüht man sich ebenfalls um die Lachse und deren Schutz. Es wird den Menschen näher gebracht auch in Ausstellungen. Aber auch hier ist der Renner, dass groß und klein vor den Schaubecken standen, in denen man quasi "unterwasser" sehen kann, welchen Stress die Viecher haben um eine Stufe höher zu springen. Draußen befand sich dann auch eine künstlich angelegte, mehrstufige "Springanlage" für die Lachse. Aber leider hatte so keiner Bock von der untersten Stufe über die anderen dazwischen in das oberste Becken zu springen. Schade, aber trotzdem eine absolut sehenswerte Anlage. Hat nix an Eintritt gekostet!
Während es landschaftlich bis hierhin so ausgesehen hatte wie am Rhein - nur die Schlösser fehlten - veränderte sich die Landschaft plötzlich abrupt. Nix mehr Wald, Hügel, Riesen-See und grün so weit das Auge reicht, sondern Lava-Landschaft pur. Auf der einen Seite steile, bis an die Strasse reichende "Lava-Geröllfelder" mit goldfarbenem meterlangen Gras bedeckt und auf der anderen Seite regelrechte kompakte Platten aus Basalt und vielen herrlichen, natur belassenen Basaltsäulen- Rosen. Oder ganze Hänge knallvoll mit schwarzen Säulen. Das Land war rechts und links nur noch hellbraun bis schwarz und es sah gigantisch aus. Besonders bei dem Licht, das wir gerade hatten. Und das steht in keinem Reiseführer...
In dem Ort "The Dallas" haben wir unsere Reise unterbrochen. Hier gibt es ein ebenfalls absolut empfehlenswertes Museum, in dem liebevoll die Zeiten der letzten 100 Jahre zusammengetragen wurden. Und es mutet schon lustig an, wenn das Dampfboot vom River, neben der Draisine der Landwirtschaft mit glücklichen Rindern steht. Es ist alles sehr, sehr liebevoll gestaltet. In anderen Räumen wird die Entstehungsgeschichte des Columbia Rivers erzählt, an anderer Stelle wieder über das Leben der Trapper und Fallensteller usw. Leider war meine persönliche "Batterie" leer und da ging nix mehr. 
Wir sind dann hier in einem einheimischen Hotel gelandet namens" Cousin Country Inn" - Absolut empfehlenswert. Nettes Hotel mit einem Steakhaus dran, allerdings stehen vor der Türe noch glückliche Rinder und Schafe. Es erinnert mich ein bisschen an ein Steakhaus in Amarillo, Texas, das auch liebevoll touristisch aufgeputzt war und wo sowohl das Nächtigen als auch das Essen Klasse war. Wir gehen dort nachher essen. Und ich werde sie an meiner Begeisterung teilhaben lassen - garantiert. Übrigens verfügt unser Motel über einen Pool, einen Fitnessraum, Tennisplatz und sogar HighSpeed-Internet-Anschluss. Super. Und den Preis haben wir von 79 Dollar auf 59 Dollar drücken können. Das ist o. k.
Wir überlegen, ob wir morgen noch hier bleiben sollen und noch mal ein Stück auf der "Washingtoner Seite" als Tagestrip in diesem herrlichen Fleckchen Erde machen sollen. Alles hängt vom Wetter ab und einen Tag früher oder später in Yellowstone ist nicht sooo wichtig.

 


29.9.2005 The Dallas - Spokane
29.9.2005 The Dallas - Spokane

29.9..2005:

Fahrt bis nach Spokane auf dem Weg nach Yellowstone
Wie bereits gestern "angedroht", als erstes ein Auszug unseres dörflichen Abendessens: Es gibt eine feine Unterteilung in 2 Bereiche - die Bar mit Tischen zum Essen-und da sassen nur Männer. Und das Lokal mit den Tischen und Bänken wie in jedem Restaurant. Bedient wurden wir von zwei gewichtigen Damen in langer Schürze, im Rücken über Kreuz gebunden, einem Plissee-Röckchen und weißen Socken in Gesundheits-Latschen. Alles sehr bürgerlich. 
Das übliche Wasser wurde in Einmachgläsern auf den Tisch gestellt und wir trauten uns kaum zu fragen, ob wir vielleicht ein Bier haben könnten? Aber das Essen - einmalig. Ich habe NICHT das Steak gegessen, das ich wollte, nein ich habe hervorragende Rinderleber mit Zwiebeln gegessen. Dazu Kartoffelpüree - wie bei Muttern. Anni hat Lachs gegessen, der mittags wahrscheinlich noch in unserer "Hatchery" im Becken schwamm. Wir waren beide piepesatt - zumal Anni fast die Hälfte von mir noch mitessen durfte....Bezahlt haben wir in einem Tante-Emma-Laden. Die Dame an der Kasse hatte eine weiße Schürze an. Die Chefin allerdings fragte uns, wo wir herkämen. Ihr Sohn sei seit 2 Jahren in Zweibrücken....jaja, man wird halt überall verstanden......Was ich nicht verstanden habe ist, warum mitten im Lokal ein originaler Trecker stand......grübel....
Heute morgen schien erst mal wieder die Sonne, aber am Himmel deutete sich schon Wetter-Ungemach an. Wir also zack zack gepackt, ausgecheckt, zum nächsten Supermarkt gefahren, für 50 cent einen großen Becher Kaffee und für 2,99 ein Riesen-Sandwich gekauft - für jeden natürlich -auf die Schnelle gefrühstückt und ab. Die Sonne stand traumhaft auf der "Washington-Seite" und so sind wir rüber über die Brücke und einfach ein Stück zurückgefahren. Traumhaft - nicht nur das Wetter zu dieser Zeit sondern auch die Landschaft. Und da wir beide Natur-Freaks sind, konnten wir mal wieder nicht genug kriegen. Anni macht gerade ein paar Bilder "fertig", obwohl man diese ganze Landschaft mit ihren bizarren Lavaformen überhaupt nicht so rüberbringen kann. Ca. 20 Meilen sind wir so gefahren bis Bingen! und haben dort gedreht. Es war uns wichtig, noch eine Weile auf dieser Seite des Rivers bleiben zu können vor dem großen Regen. Sicherlich ist und war auch auf der anderen, der "Oregon-Seite", die Landschaft großartig. Aber hier sah man wiederum von oben auf diesen mächtigen Columbia-River, der stellenweise doppelt so breit ist wie unser Rhein. 
In "Biggs" verliessen wir den Columbia-River und fuhren via Goldendale wiederum durch eine einzigartige Landschaft bis nach Toppenish. Diese Landschaft dort führt durch Indianergebiet, wobei ich das erst in Toppenish gemerkt habe, weil da so viele liebenswürdige Apachen rumliefen, oder waren es Komantschen? Toppenish zeichnet sich im übrigen durch seine vielen Wall-/Wandmalereien in den Strassen aus. Und Anni kurvte ziemlich rum um möglichst viele ausgefallene Bilder zu finden.
Ich hätte gerne länger die Strecke durch das Indianergebiet genossen. Landschaftlich völlig ungewöhnlich. Sehr, sehr hügelig, aber vollkommen kahl. Sah aus wie eine riesige Karst-Landschaft in Europa. Und plötzlich war das ein Bach, viele Bäume drum herum und diese Hecken, deren Namen ich nicht weiss, aber die dermaßen rot sind in ihrer jetzigen Farbe - es ist eine Augenweide nur rot zu sehen! Leider, leider war der Himmel schon so zu und es regnete ein bisschen, dass eine vernünftige Aufnahme unmöglich war. Und halbe Sachen mag ich nicht.
Die Fahrt ging weiter Richtung Spokane und auch hier änderte sich die Landschaft wieder. Endlose Felder für Rinder, bzw. Getreide. Bereits bearbeitete Felder in braun, auf denen es schon wieder grün schimmerte - was auch immer da angepflanzt wurde. Das bombastischste aber wieder war die Größe. Ich weis nicht, ob es 20 oder 30 Fußballfelder groß war, aber nicht schnurgerade, sondern hügelig. Was müssen die für Maschinen haben, mit denen man "um die Ecke" pflügt...
Gegen 16:30 sind wir dann in Spokane eingetrudelt und haben eigentlich das nächst beste Hotel genommen - ein Days Inn. Seine Flughafennähe macht es möglich, sogar morgens ab 4! Uhr zu frühstücken. Das ist für uns allerdings mitten in der Nacht... Morgen geht es weiter nach Yellowstone und dann hoffen wir nur, dass das Wetter wieder sonnig ist. Und hiermit endet die 4. Woche.