Was für ein Tag. Plötzlich waren wir im Wallfahrtsort Kevelaer.

Basilika in Kevelaer
Basilika in Kevelaer

Was für ein Tag! Wir hatten zwar keinen Tagesplan, aber irgendwie sind wir dann doch wieder im Thermalbad von Arcen/NL gelandet. Und es war gut so, wie immer! Und auf der vermeintlichen  Rückfahrt sind wir dann kurzentschlossen am Schloßpark von Arcen/NL vorbeigefahren und haben mal eben nach dem Rechten  gesehen. (Foto links/unten)

Und dann waren wir auch schon wieder in Deutschland Richtung Kevelaer. Auf der Strecke sahen wir einen Wegweiser "Irrland", der machte uns besonders neugierig! Und so strandeten wir dann gewollt oder ungewollt  in Kevelaer. Wollten wir da überhaupt hin? Es waren wohl Jugenderinnerungen, die sich da bemerkbar machten.  [Während meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der katholischen Jugendarbeit hatte ich doch einige Male mit Kevelaer indirekt zu tun.  Anni]


 

Kevelaer, einer der bekanntesten Wallfahrtsorte in Deutschland, liegt nur ca. 50 km von uns entfernt, zählt somit sozusagen zum nahen Umfeld von uns. An manchen Tagen ist es dort gerappelt voll, aber nicht in der Herbstzeit.

Das Wort „Wallfahrt“ hat seinen Ursprung im deutschen Wort „wallen“ und heißt soviel wie „in eine bestimmte Richtung unterwegs sein“. Das Wort „Pilgern“ hat eine ähnliche Bedeutung. Es leitet sich von dem lateinischen Wort „peregrinus“ ab und bedeutet soviel wie „in der Fremde sein“.

Viele kennen den (spanischen) "Jakobsweg", der gerade in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Aber man darf auch nicht die zahlreichen weniger bekannten Pilgerorte Deutschlands aus den Augen verlieren. Dazu gehört auch der Marienwallfahrtsort Kevelaer.

Oftmals berichten Legenden von einem wundersamen Ereignis oder einer Offenbarung, die den Anstoß zur Entstehung einer Wallfahrt gab. Vielfach kommen auch Heilserfahrungen durch die ersten Pilger hinzu. Das Pilgerziel kann auch ein Bild oder eine Reliquie sein. Oder die Wallfahrt führt zu einem Ort, an dem eine heilige oder selig gesprochene Person besonders verehrt wird. Natürlich sind Wallfahrtskirchen in erster Line Stätten des Gebetes. Aber auch für den kunstgeschichtlich interessierten Besucher bieten die oftmals prachtvoll gestalteten Gotteshäuser einen besonderen Reiz.  Auch wir sehen solche bedeutenden Orte als besondere kunsthistorische Stätten!

Kevelaer,  der Buchstabe a [vor e,i,y] wird im Rheinland lang gesprochen und somit das e gar nicht gesprochen, eine niederländisch-rheinische Schreibtradition,  man spricht auch vom niederrheinischen Dehnungs-E. Es gibt viele weitere Orte mit dem gleichen Effekt!

Nach dem Besuch der Basilika, Kerzenkapelle und auch der kleinen Marienkapelle ließen wir es uns nochmal gut gehen und genehmigten uns einen kleinen Imbiß in einer ortsansäßigen Metzgerei. Dagmar wollte nichts Fleischiges, bestellte dann aber eine Schweinshaxe. Huch! Dagegen wirkte meine (sehr, sehr leckere) Currywurst richtig bescheiden.  Zum Kaffee waren wir dann aber trotzdem noch rechtzeitig bei "Sportkollegen", die uns für heute eingeladen hatten, und die wir regelmäßig in unserem Fitnesscenter treffen. Damit war unser Überraschungstag dann aber gelaufen!

P.S. Es gibt viele, gut beschilderte Parkplätze in  Kevelaer. Stellplätze hier.

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Kommentare: 1
  • #1

    Peregrina Beata (Freitag, 13 November 2015 06:58)

    schöner und informativer Bericht. Er erinnerte mich wieder an die erste Reise meines Lebens, eine Wallfahrt mit Oma und Mutter nach Kevelaer. 5 oder 6 Jahre muss ich damals alt gewesen sein, und mir sind noch zwei Dinge in Erinnerung geblieben: beinahe wären wir beim Umsteigen im falschen Zug gelandet - und unterwegs wurde mir schlecht von der (ungewohnten) Limonade und den Salamibroten, die wir als Wegzehrung dabei hatten.
    Damals konnte ich noch nicht ahnen, dass das Reisen zu meiner Lieblingsbeschäftigung werden sollte …