Link der Woche: Der etwas andere Reisebericht "Jakobsweg"

Es gibt im Internet relativ viele Reiseberichte, die den Pilgerweg nach Santiago de Compostela in Nordspanien beschreiben. Heute sind wir  über einen Bericht von Nadine Pungs, Reisebloggerin,  gestolpert, die auf ungewöhnliche Art und Weise den Pilgerweg beschreibt, aber nie am Ziel ankommt. Warum? 

Es heißt dort: 

"Die ersten 27 Kilometer waren hart. Die Strecke führte in sengender Hitze über die Pyrenäen nach Spanien. Rund neun Stunden Fußmarsch, bergauf, bergab und 1250 Höhenmeter. Schon Karl der Große ritt hier entlang während seines Spanien-Feldzuges. Für das Pferd sicherlich anstrengender als für den berühmten Kaiser im ledernen Sattel. ... Neben mir im Doppelbett lag Matt, ein gebräunter Kanadier mit goldenen Locken und einem Lächeln, das alle Strapazen vergessen ließ. Romantische Stimmung kam trotzdem nicht auf, denn sobald um Punkt 22 Uhr das Licht von den Mönchen gelöscht wurde, begann der Horror. Rund 50 laut schnarchende Männer! Ich war in der Hölle gelandet. Die Akustik in dem großen Klostersaal pimpte jeden einzelnen Schnarcher zum Düsenjet auf. Ohrenstöpsel halfen nicht. ... Auch in der nächsten Nacht brach ein Schnarchgewitter über mich herein. Neben mir, vor mir, hinter mir, über mir – alles schnarchte und grunzte. Nur kurz fiel ich in einen traumlosen Dämmerzustand, um sogleich wieder wach in den düsteren Schlafsaal zu starren. ... Das war einfach zuviel Homo Sapiens. Ich wollte all das Menschliche nicht mehr hören und riechen. Es war mir schlicht zu kreatürlich. In mir brodelte eine unbändige Wut auf die Pilger, die Herbergen und letztendlich auch auf mich. Hotels konnte ich mir nicht leisten und ein erneutes Aufstechen ließen die Blasen einfach nicht abklingen. Mein Körper verwehrte mir seinen Dienst und schloss sich mit meiner Psyche zu einem Sitzstreik zusammen. Ich schaffte es noch bis ins nächste Dorf, doch dann war es vorbei. Ich wollte wandern, nicht humpeln. Und so entschied ich schweren Herzens und geschlagen, nach Madrid aufzubrechen, ein paar Tage dort zu verweilen und dann den Flieger gen Heimat zu nehmen." 

(Quelle: http://www.reisedepeschen.de/der-jakobsweg-oder-ich-bin-dann-mal-wieder-zurueck/)

 

Wir haben uns beim Lesen des Berichtes köstlich amüsiert. Ja, wir können die Qualen Nadine`s nachempfinden und wundern uns gleichzeitig, wieso das beschriebene Thema der Übernachtungen in anderen Berichten so kaum angesprochen wird. Aber vielleicht waren/sind wir dafür noch nicht sensibel genug? Tatsache ist, dass wir auch bereits zweimal den Jakobsweg in Spanien "gekreuzt" haben (zu unserem  alten Spanien - Bericht 2010). Im eigenen Bett natürlich... weil mit Wohnmobil. Wir wußten wohl warum! Tatsache ist auch, dass wir den Jakobsweg wieder in absehbarer Zeit geplant haben - wieder im und mit Wohnmobil. Auch ohne Fußmarsch ist der Weg für uns ein ganz besonderes Erlebnis.

 

Informative Links:  Wikipedia Global-AV   Magic-Camino   Jakobus-info  Webcams! 

Jakobsweg-GPS  Jakobsweg/Fernweg/GPS  Pilgerweg/Fahrrad/GPS - [Spanisch-Kurs] [weitere Links]

 

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