Norwegen - Teil 4 - 23. bis 27.6.2008

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23. 06.08 von Saltstraumen auf der Küstenstrasse RV 17 bis Foroy/Fähre 

Heute Nacht und heute Morgen hatten wir strahlenden Sonnenschein, zumindest auf dem Campingplatz, und eigentlich wünschten wir uns dieses Wetter auf unserer heutigen Tour. Aber der Tag fing schon enttäuschend an. Wir wollten uns heute morgen ein leckeres Frühstücksbuffet gönnen. Also trabten wir zum Hotel in der Nähe. Das Buffet für fast 12 Euro pro Person war nicht erwähnenswert, und wir ließen es natürlich bleiben. Aber vor dem Hotel stand auf einmal eine schwarze, offene Corvette mit einem schwarzen Wohnwagen – original Corvette. Die Dame, elegant tätowiert an diversen Körperteilen stieg aus und brachte wohl den Schlüssel ihrer Hütte zurück. Der Herr, ein bisschen Willy Nelson-Verschnitt und männlich tätowiert, stieg auch aus und fütterte, mit den Resten des Frühstücks (?), die frei herum laufenden Hühner. Dann schwangen beide sich wieder ins Auto und fuhren von dannen. Wir guckten neidisch hinter dem Gefährt hinterher. Allerdings fragten wir uns auch, was die wohl mit dem Corvette-Wohnwagen wollten, wenn sie doch in einer Hütte übernachtet haben? Wir frühstückten dann halt wieder wie gewohnt in unserer Mücke und erledigten, auch wie gewohnt, unsere morgendlichen Alltagsdinge. Leider bezog es sich und als wir kurz nach 9:00 Uhr los fuhren war es überall sehr wolkig.
Nichts desto Trotz, wir freuten uns auf die aufregende Strecke der RV 17, die man uns so sehr empfohlen hatte. Aufregend war die Strecke allenfalls, weil die Strasse eigentlich permanent entweder 10% Steigung oder 10% Gefälle hatte und das über viele Kilometer lang im schönen Wechsel. Da das Wetter trüb blieb, wirkte auch die Landschaft trist und dunkel. Und – wir hatten vieles besser gesehen auf „unseren“ Inseln, zwar auf kleinerem Raum, aber dafür abenteuerlicher und aufregender. Zwischendurch wurde es auf der Strecke dann doch mal nett, aber die erste schöne Stelle fanden wir dann – und das sogar mit ein bisschen Sonne – im Glomfjord. Und das war kurz vor dem Svartisen-Tunnel - bis dahin hatten wir schon andere 9 Tunnel hinter uns gebracht. Aber bevor der Svartisen-Tunnel kam, fuhren wir durch einen unbezeichneten Tunnel, der mittendrin einen Abzweig! hatte. Es ging da rechts ab zu einem Kraftwerk außerhalb des Tunnels. Sah lustig aus, so ein Tunnel im Tunnel.
Danach kam der Svartisen-Tunnel, der unter dem Gletscher durchgehen soll – 7,6 Kilometer lang. Schön wurde es dann aber erst hinterher, als man Teile des Gletschers sehen konnte. Ein Stück weiter war sogar eine Info-Stelle, an der man Material über die Gegend mitnehmen konnte. Möglich wäre auch eine Schifffahrt an den Fuß des Gletschers gewesen. Aber da der heutzutage sehr weit weg und hoch liegt, wollten wir uns einen Trip dahin ersparen. 
Ja, und dann landeten wir vor der ersten Fähre in Foroy. Da sich in kurzer Entfernung ein Campingplatz namens Furoy befand, schlossen wir den Tag. Es war auch schon 14:00 Uhr. Und nach dem langen Trip von gestern, wollten wir wenigstens hier auf der RV 17 kürzere Touren machen. Fazit: keine aufregende Tour, wenn man mal von Gletscher absieht. Wir werden morgen zwei Fähren haben und dann – sollte es nicht wettermäßig besser sein – zurückfahren Richtung Mo i Rana und der E6- Rennstrecke...

 

Ja, und dann landeten wir vor der ersten Fähre in Foroy. Da sich in kurzer Entfernung ein Campingplatz namens Furoy befand, schlossen wir den Tag. Es war auch schon 14:00 Uhr. Und nach dem langen Trip von gestern, wollten wir wenigstens hier auf der RV 17 kürzere Touren machen. Fazit: keine aufregende Tour, wenn man mal von Gletscher absieht. Wir werden morgen zwei Fähren haben und dann – sollte es nicht wettermäßig besser sein – zurückfahren Richtung Mo i Rana und der E6- Rennstrecke...
Das war vielleicht ein Tag heute.
Seit gestern Abend schüttete es aus allen Eimern. Der Regen trommelte aufs Autodach, unter dem Auto bildeten sich Seen, und es lief überall dort hin, wo man das Tropfen des Wassers gut hören konnte – vornehmlich in meiner Nähe – aber das hatten wir ja schon mal...
Heute morgen, kurz nach 5 Uhr, war Anni wach, oh Wunder, und wollte weiterfahren. Ich war da aber flott aus meinem Bett, denn die erste Fähre des Tages ging um 5:50 Uhr, und die sollte es dann auch sein. So standen wir kurz nach 5:40 Uhr an der Fähre – mutterseelenallein, nur ein Motorradfahrer kam noch auf den letzten Drücker.. Wer ist auch so bekloppt ,um nachtschlafende Zeit im strömenden Regen an der Fähre zu stehen.
Das war vielleicht ein Tag heute.
Seit gestern Abend schüttete es aus allen Eimern. Der Regen trommelte aufs Autodach, unter dem Auto bildeten sich Seen, und es lief überall dort hin, wo man das Tropfen des Wassers gut hören konnte – vornehmlich in meiner Nähe – aber das hatten wir ja schon mal...
Heute morgen, kurz nach 5 Uhr, war Anni wach, oh Wunder, und wollte weiterfahren. Ich war da aber flott aus meinem Bett, denn die erste Fähre des Tages ging um 5:50 Uhr, und die sollte es dann auch sein. So standen wir kurz nach 5:40 Uhr an der Fähre – mutterseelenallein, nur ein Motorradfahrer kam noch auf den letzten Drücker.. Wer ist auch so bekloppt ,um nachtschlafende Zeit im strömenden Regen an der Fähre zu stehen.
Diese Fähre brauchte 80 Minuten mit einem Zwischenstopp bis ans Ziel. Das besondere war eigentlich während dieser Fahrt, dass wir den Polar-Zirkel via Wasser überquerten. Am Ufer stand die berühmte Welt-Kugel, die auch oben im Norden (83 km nördlich von Moi I Rana) steht - nur kleiner. Gemerkt haben wir aber nix Besonderes dabei...
Es regnete immer noch, und die Wolken hingen stellenweise so tief, dass man sie hätte anfassen können, bzw. sie berührten auch das Wasser des Fjords. Trübe, trübe, trübe.
Trotzdem war dann das Stück der RV 17 bis zur nächsten Fähre Nesna-Levang in ca. 50 Kilometer Entfernung landschaftlich sehr reizvoll. Und bei Sonne wären wir wohl beide wieder in Begeisterung ausgebrochen. So war es leider nur was zum Vormerken für das nächste Mal, wenn wir wieder hier sind. Aufgefallen ist mir allerdings positiv, dass es gerade hier sehr viele Rastplätze gab, z.T. so was wie einen Stellplatz in Deutschland, nur ohne Strom. Sogar sanitäre Einrichtungen waren vorhanden. Und an einer dieser Stellen konnte ich problemlos und kostenlos unser Abwasser ablassen und die „Haustoilette“ leeren – alles hygienisch einwandfrei. Ich habe die gleichen Entsorgungs-Stationen auch an vielen Tankstellen gesehen, allerdings nicht immer kostenlos.
Diese Fähre brauchte 80 Minuten mit einem Zwischenstopp bis ans Ziel. Das besondere war eigentlich während dieser Fahrt, dass wir den Polar-Zirkel via Wasser überquerten. Am Ufer stand die berühmte Welt-Kugel, die auch oben im Norden (83 km nördlich von Moi I Rana) steht - nur kleiner. Gemerkt haben wir aber nix Besonderes dabei...
Es regnete immer noch, und die Wolken hingen stellenweise so tief, dass man sie hätte anfassen können, bzw. sie berührten auch das Wasser des Fjords. Trübe, trübe, trübe.
Trotzdem war dann das Stück der RV 17 bis zur nächsten Fähre Nesna-Levang in ca. 50 Kilometer Entfernung landschaftlich sehr reizvoll. Und bei Sonne wären wir wohl beide wieder in Begeisterung ausgebrochen. So war es leider nur was zum Vormerken für das nächste Mal, wenn wir wieder hier sind. Aufgefallen ist mir allerdings positiv, dass es gerade hier sehr viele Rastplätze gab, z.T. so was wie einen Stellplatz in Deutschland, nur ohne Strom. Sogar sanitäre Einrichtungen waren vorhanden. Und an einer dieser Stellen konnte ich problemlos und kostenlos unser Abwasser ablassen und die „Haustoilette“ leeren – alles hygienisch einwandfrei. Ich habe die gleichen Entsorgungs-Stationen auch an vielen Tankstellen gesehen, allerdings nicht immer kostenlos.
Toll war dann aber unerwartet das erste Teilstück der Strasse 78 in Richtung Mosjöen. Die Strasse – auch teilweise wieder sau-eng, ging eine lange Zeit am Fjord entlang. Und bei besserem Wetter hätte das garantiert tolle Aufnahmen gebracht. Natürlich fuhren wir auch heute wieder Tunnel – insgesamt 15 mal. Irgendwann ist sogar das nicht mehr aufregend. Außer vielleicht der Frage, warum die Norweger in ihren Tunneln so viele Kurven eingebaut haben...
Gegen 13:00 Uhr "landeten" wir in Mosjöen und hatten absolut keine Lust mehr weiter zu fahren. Außer Tanken war nix mehr drin. Man ist so voller Eindrücke und Erlebnisse, dass man immer länger braucht, alles zu verarbeiten und innerlich zu katalogisieren. Und da muss dann nicht mit aller Gewalt noch einer draufgesetzt werden. Schließlich haben wir alle Zeit der Welt.
Da ein Campingplatz in Mosjöen direkt an der E 6 lag, sind wir einfach dahin gefahren, und da sind wir dann auch. Hier gibt es Internet (kostenpflichtig), und so konnten wir wenigstens die letzten Tage unserer Erlebnisse ins Internet einstellen. Nun machen wir wieder das Spielchen „Touris gucken“, und es ist wieder spannend. Heute sind extrem viel Norweger um uns herum. Erstaunlich wenig Deutsche, obwohl doch in einigen Bundesländern bei uns schon die Sommerferien angefangen haben.
Morgen geht es weiter nach Steinkjer, so was um 250 Kilometer, und dann muss es wieder gut sein...

 

25. 06.08 Weiterfahrt Richtung Steinkjer
Und es regnet und regnet und regnet...
Wir sind froh, dass wir uns gestern einen asphaltierten Platz für die Übernachtung ausgewählt hatten. All diejenigen, die einen Wiesenplatz genommen haben oder nehmen mussten, weil sonst nichts mehr frei war, hatten heute morgen ihre Mühe, aus dem tiefen, nassen Boden mit ihren Autos oder Hängern raus zu kommen. Wir brauchten nur noch spülen und ab ging es zurück in die Altstadt von Mosjoen. Aber leider konnten wir nur wenige Blicke erhaschen, da die Strasse für Autos aller Art gesperrt war. Sie ist sehr reizvoll mit ihren alten Holzhäusern und zu anderen Zeiten absolut einen Rundgang wert. Allerdings bei DEM Regen wollten wir beide nicht vor die Auto-Tür.
Wir fuhren also weiter Richtung Süden, als erstes mal wieder durch einen Tunnel – der aber auch der einzige am heutigen Tage blieb. Die Strecke, die folgte, war nett aber eintönig. Rechts und links Bäume und den Fluss mal rechts und mal links und Regen, Regen, Regen.
Und dann ging doch was: rechts ging ein Weg ab zum „Laksfossen“. Bekannt und berühmt dafür, dass hier die Lachse springen. Wir sahen aber nur einen tollen, bräunlich schimmernden Wasserfall, besser Wassersturz, denn da kam ordentlich was runter. Vor dem dazugehörigen Restaurant fuhr gerade ein Touristenbus ab. Innen drin standen die Teilnehmer einer zweiten Bustour bis zur Klotür, um ja ein teuer bezahltes Brötchen und ´ne Tasse Kaffee zu erhaschen. Wir schlängelten uns erst mal durch und vorbei und gingen in die Abteilung „Souvenir“. Aber irgendwie fanden wir nix Hübsches, das wir als Geschenk hätten mitbringen wollen. Und als dann die ersten aus der Gruppe ebenfalls in den Souvenirladen hereinstürmten, konnten wir gehen und uns statt dessen je eine kleine (!) Tasse Kaffee gönnen – zusammen 50 Kronen (ca. 6,50 Euro)! Der Kaffee war übrigens lecker, trotz des Preises...
Und weiter ging es wie gehabt, der Gegenverkehr Richtung Norden hatte zwischenzeitlich zugenommen und vor allem die LKW fuhren, was das Zeug hielt. Und es regnete, regnete, regnete. Mittlerweile waren wir so weit, dass wir beschlossen, uns Richtung Heimat zu orientieren. Es macht keinen Sinn, bei diesem Wetter auf Biegen und Brechen hier zu bleiben. Dann lieber noch mal ´ne Woche Fehmarn im Sonnenschein. Dann kam aber mal wieder Abwechslung – ein Lachs Aquarium pries sich an irgendwo vor Grong – nicht zu übersehen. Und der Parkplatz war dann auch rappelvoll mit 4 Bussen, jeder Menge Wohnmobilen und ein paar dazwischen gequetschte PKWs. Mit einem stolzen Preis von umgerechnet 10 Euro pro Person hätten wir in einem Aquarium sehen können, wie Lachse aussehen, und life an einem extra angeworfenen Wasserfäll´chen sehen, wie es sein könnte, wenn Lachse springen. Von einigen Touris hörte ich im überdimensionierten angeschlossenen Souvenirshop, dass kein einziger Fisch zu sehen gewesen wäre. Na denn. Wir haben schon einmal ein echtes Lachsaquarium gesehen, inclusiv springender Lachse und das war echt interessant. Hier hat es halt nur geregnet...
Vielleicht klinge ich so, als wäre ich frustriert und hätte an allem was rum zumeckert. Stimmt! Dieses tolle Land wirkt momentan wirklich trostlos. Und da wir dermaßen tolle Einblicke schon genießen durften, fällt es schwer, sich mit der momentanen Wetter-Situation abzufinden.
Wir fuhren weiter und von der E6 ab, um einen weiteren Fossen, den „Formofossen“ zu besichtigen. Da fuhr wohl sonst kein Mensch hin, der Weg dahin war zum einen rechts und links mit Tausenden von gefällten Baumstämmen gepflastert, und zum anderen ein Schlagloch-Paradies. Dahinter, ganz verdeckt, eine Brücke und darunter ein wahnsinniger Fluss. Im strömenden Regen standen wir auf der Brücke, patschnass werdend, und fotografierten zur einen Seite die Stromschnellen zur anderen Seite hin die Verwirbelungen und dahinter den jähen Absturz ins bodenlose Nichts des Flusses. Der Niagara- Fluss ist zwar größer, aber weniger wild an seiner Absturzkante. Und was soll ich Ihnen sagen, das Wunder geschah. Just als wir patschnass über unsere tollen Regen - Aufnahmen jubelten, riss der Himmel auf, und die Sonne kam urplötzlich und völlig überraschend. Und da haben wir dann erst recht fotografiert, auch wenn man es den Aufnahmen nicht ansieht.
Danach blieb das Wetter sonnig. Wir fuhren noch ein Stück Richtung Steinkjer am See „Snasavatnet“ entlang und fanden dort unerwartet einen tollen Campingplatz namens „Föllingstua Cam“ in Föling kurz vor Steinkjer. Wir gucken hier direkt auf den See, sehen schwarze Wolken und Regenwände rechts und links an uns vorbeiziehen, und hier scheint die Sonne... Wir waren wieder glücklich und fragten an der Rezeption, ob es denn möglich wäre, heute Abend vielleicht TV gucken zu können – Deutschland würde spielen. Und zu unserer Überraschung nickte die Dame und verwies uns zu einem großen Aufenthaltsraum, in dem ein fast riesiger Fernseher lief. Und Anni strahlte..
Morgen werden wir weiterfahren Richtung Trondheim und dann sehen wir weiter. Ist halt frustig, wenn es nur regnet...
P.S. Soeben regnet es wieder....

 

26. 06.08 Weiterreise von Fölling bis Oppdal 
...nein, heute meckere ich nicht. Und das hat viele Gründe:
Gestern Abend war ja nun Fußball, und wir gingen gegen 20:30 Uhr in den TV-Raum des Camingplatzes, in der irrigen Meinung, wir müssten da ganz allein sitzen. Nein, das saßen drei Biker, zwei tolle Typen und ein sehr nettes weibliches Wesen. Ich finde es absolut stark, mit Bikern zu reden und zu diskutieren. Ich hätte so gerne auch ´ne Harley gehabt und nicht nur in Oatman/USA (Route 66) probesitzen dürfen. Aber Anni meint, dafür wäre ich zu alt und wenn, dann müsste es sowieso ein Dreirad sein. Obwohl, das würde ich auch nehmen, wenn´s ne Harley wäre...
Wir hatten noch ein bisschen Zeit bis zum Spielbeginn und so konnte ich wenigstens ein gutes Werk tun und mich von einigen unserer Flaschen-Vorräte trennen. Es ist furchtbar, wenn man sein Bier so trocken schlucken muss, ein kleiner „Korn“ ölt da doch viel besser die Kehle für den Spielverlauf und die diversen Gefühlsschwankungen und - ausbrüche. Wenigstens hat Deutschland dank unser aller tatkräftigen Unterstützung aus der Ferne 3:2 gewonnen.
Der Abend hat uns viel Spaß gemacht, und manchmal ist es echt schade, dass man sich trifft und wieder verliert auf dem weiteren Weg.
Der Morgen des heutigen Tages begann etwas verkatert und verregnet. Und so hatten wir beim Frühstück wirklich die Faxen dicke und waren entschlossen, den direkten Weg Richtung Heimat zu nehmen und alle geplanten „Schwenker“ sein zu lassen. Außerdem reicht unser Bier jetzt nur noch für 7 Tage... Und man soll es nicht glauben, Petrus hat wohl gelauscht, und es war ihm dann doch nicht recht, dass wir die Segel streichen wollten. Unerwartet und sehr plötzlich schien die Sonne, und das tut sie jetzt um 19:00 Uhr immer noch. Es ist warm und fast wolkenlos – obwohl sämtliche einheimischen Zeitungs-Wetter-Prognosen Regen ohne Ende vorhergesagt haben. Petrus, das war Klasse heute und lass es bitte noch so bleiben die nächsten 7 Tage und wir ziehen unser Programm dann auch voll durch...
Der Weg hierher nach Oppdal war sonnig schön. Auch wenn es uns bis auf wenige Stellen sehr an zu Hause erinnerte. Sanfte Hügel, Almen, glückliche Kühe – es hätte auch in Bayern sein können. Das einzige was fehlte, war der Almdudler in der Lederhose.
Ab und zu folgten wir einem Fluss mit vielen Anglern, die dort ihrem Hobby nachgingen, dann ging es wieder durch endlose grün-saftige Täler bis wir kurz vor Trondheim waren. Da war die Abzock-Nummer dran. Wir mussten natürlich wieder durch Tunnel – insgesamt 8 Stück, aber Maut bezahlen mussten wir vor und bei Trondheim – insgesamt 35 Kronen (4.-Euro). Falls sie jetzt denken, warum regt die sich darüber auf – es waren kleine (!) unwichtige Tunnel, und wir waren nicht einmal in der Stadt, die noch mal Gebühren gekostet hätte fürs Durchfahren. Finde ich echt nicht gut, die Touristen abzuzocken.
Und weiter ging es bis wir hier in Oppdal landeten. Ein offensichtlicher Skiort im Winter – hier tanzt allerdings auch im Sommer der Bär. Es ist echt was los hier. Und das Städtchen bietet auch ´ne Menge an Action wie Cafes oder Restaurants oder Discos und Videotheken, von den allgegenwärtigen Einkaufs-Malls mal abgesehen. Aber auch das Benzin ist direkt sehr viel teurer. Und so suchten wir nach mehreren Anläufen einen Campingplatz vor den Toren der Stadt. 
Hier ist es laut von der E6, und der „Bahn-Expresszug“ nach Trondheim brettert hier auch sehr oft durch. Der Platz ist o.k., hat sehr saubere sanitäre Anlagen, auch wenn 200 Kronen (ca.27 Euro) dafür eher zu teuer sind. Morgen fahren wir – bei Sonnenschein die geplante Route weiter Richtung Küste und den Atlantik nach Alesund. Wobei wir kilometermässig nicht weiterkommen werden als bis Andalsnes, dem Tor zum Trollstiegen Richtung Geiranger Fjord, bzw. der Strecke nach Alesund. Und dann schaun ´mer mal...

 

27. 06.08 Weiterfahrt von Oppdal über eine Traumstrecke nach Andalsnes
Wieder so ein besonderer Tag!
Heute morgen „fiel“ Anni schon wieder um 6:30 Uhr aus dem Bett – ausgeschlafen, sagte sie. Ich hätte noch Stunden schlafen können. Mich verwirrt jetzt der Helligkeits-Rythmus. Während es bisher immer durchgehend hell und man daran gewöhnt war, ist es nun des Nachts eher dämmrig bis ein bisschen dunkel. Und so lag ich heute Nacht stundenlang wach. Nichts desto trotz war ich flott aus meinem Bett. Wir zogen die üblichen Prozeduren durch, frühstückten im Sonnenschein und fuhren los Richtung Andalsnes. Flott noch getankt, der Sprit war gerade billiger – 13,55 Kronen pro Liter ( ist ca. 1,70 Euro) und dann los. Natürlich in die Natur, weg von der Rennstrecke E6. Und so genossen wir dann wieder Ruhe auf der Landstrasse 70 Richtung Sunndalsöra, abenteuerliche Strassen, traumhaft schöne Buchten und Seen und einen wilden Gebirgsbach in denen selbst am frühen Morgen schon Angler standen. Irgendwann gegen 11 Uhr mussten wir uns entscheiden, links abzubiegen auf die Strasse 62 und durch nen Tunnel – heute waren es übrigens 8 Stück, davon 4 lange bis 6 Kilometer – oder die langsame, aber bequeme Strasse Richtung Molde, zu fahren. Wir nahmen die kleinere – und wieder ging es an einem traumhaften Fjord – dem „Tingvollfjorden“ vorbei. Fast stilles Wasser, gegenüberliegende Berge mit Schnee spiegelten sich im Wasser und die Sonne schien...
Da diese Tour so toll war, entschieden wir uns dann wiederum in Eidsöra einen weiteren Fjord, den Langfjorden – mit einer angebliche Strasse dritter Ordnung, die Landstrasse 660, zu fahren. Diese Strasse war besser als Teilstücke auf der E6, das kann ich blind bestätigen und Gegenverkehr fast Null und hinter mir viele Deutsche, Norweger und drei Holländer... Und was soll ich Ihnen sagen, wir sahen Schweinswale!  Leider konnten wir keine brauchbaren Fotos machen. Die Tierchen kamen leider nicht zum Streicheln angeschwommen...
Die Tour ging weiter zu einem Pass mit 10 % Steigung, bzw. mit dem gleichen Gefälle auf der anderen Seite, und das gute 5 Kilometer in jede Richtung. Aber „Mücke“ wäre nicht „Mücke“, wenn sie das nicht locker gepackt hätte. Andere Wohnmobile rochen intensiv nach Fahr-Anstrengung schon beim Entgegenkommen...
Zur Belohnung beschlossen wir, eine kleine Pause mit ´nem Kaffee einzulegen.
Und wie ein Wunder fuhr ein Motorrad neben uns, und der Fahrer auf dem Rücksitz winkte und winkte – und dann kam es auch bei uns an: unsere Bikerin von vorgestern während des Fussballspieles. Aber wieso auf dem Rücksitz? Wir fuhren gemeinsam auf den vor uns liegenden Parkplatz/Tankstelle ein paar Meter weiter. Und da löste sich das Rätsel. Die „bessere Hälfte“ war nachgekommen, und gemeinsam fahren die beiden nun ein paar Tage bevor wieder die Arbeit bei ihm ruft. Toll!
Ich denke, wir haben uns alle gefreut, und gemeinsam saßen wir auf einer kleinen Terrasse, tranken Kaffee und unterhielten uns. Und während wir da nun saßen, hupte es und hupte. Und – noch unglaublicher – die beiden Jungs trudelten auch ein. Eigentlich alles unmöglich, da jeder seinen eigenen Weg gefahren ist. Und doch trafen wir uns alle wieder, und das auf einer Landstrasse dritter Ordnung, jenseits aller üblichen Touristenpfade! Mensch, was haben wir uns alle gefreut. Womit mal wieder bestätigt ist, man trifft sich immer mindestens zweimal im Leben...
Später fuhr wieder jeder seinen Weg, und unsere Fahrt ging weiter auf dieser tollen Strecke bis nach Andalsnes. Ist ganz nett, das Städtchen, kein Wunder bei diesen Bergen rings herum. Und wir blieben dann auch direkt hier auf einem Campingplatz. Wenn das Wetter auch morgen sonnig ist, werden wir nach Alesund fahren, sonst geht es weiter Richtung Geiranger-Fjord und vorher den berühmt-berüchtigten Trollstiegen abwärts mit seinen 16 Kehren...