Deutschlandtour: Nördlinger Ries (GeoPark)

Das Nördlinger Ries zählt zu den am besten erforschten Einschlagskratern der Erde.
Das Nördlinger Ries zählt zu den am besten erforschten Einschlagskratern der Erde.

Heute möchten wir eine ganz besondere Landschaft Deutschlands vorstellen, das Nördlinger Ries, das uns aus erdgeschichtlicher Sicht besonders interessiert. Und wir denken, dass viele Mobilisten sich auch dafür begeistern können - zumal es dort in Nördlingen einen SP (alternativgibt!

 

Der "Geopark Ries" ist Zeuge eines einschlagenden Ereignisses: Vor 14,5 Millionen Jahren traf hier ein Asteroid auf die Erde und schlug einen gewaltigen Krater. Überall in der Region trifft man auf die eindrucksvollen Spuren dieser kosmischen Katastrophe. Auf Lehrpfaden, an den Aussichtspunkten und  in den Geopark-Infozentren  gibt es viel Interessantes über die Entstehung, Geologie und Geschichte des Rieskraters zu entdecken. 

 

Link: Rieskrater Museum in Nördlingen

 

Downloads zahlreicher Infobroschüren hier (kostenlos).


Radarblick auf das Nördlinger Ries -© Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Radarblick auf das Nördlinger Ries -© Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Bild/Quelle: http://next.nasa.gov/alsj/a14/a14ries.html [Nördlinger Ries]
Bild/Quelle: http://next.nasa.gov/alsj/a14/a14ries.html [Nördlinger Ries]

Nördlinger Ries.

Aufgrund der im Ries gefundenen Gesteine, insbesondere des Suevits, wurde das Ries zunächst für eine vulkanische Struktur gehalten. Erst 1960 konnte nachgewiesen werden, dass es Überreste eines etwa 15 Millionen Jahre alten Einschlagkraters sind, der während des Ries-Ereignisses entstand. Das Ries zählt zu den am besten erhaltenen großen Impaktkratern der Erde. Gerade einmal 188 Meteoritenkrater sind weltweit bekannt - manche mit einem Durchmesser von nur zehn Metern, andere sind mit einem Durchmesser von 160 Kilometern deutlich mächtiger. 

Als vor 14,8 Millionen Jahren hier ein Asteroid mit einem Durchmesser von einem Kilometer einschlug, waren die Auswirkungen beeindruckend. An dem zunächst zehn Kilometer großen Krater rutschten die Ränder ab und so vergrößerte sich der Kraterkessel auf 24 Kilometer.  Noch in einer Entfernung von 40 Kilometern wurde die Erde mit einer bis zu hundert Meter dicken Schicht an Impaktgestein bedeckt. Auch ein See füllte für einige Millionen Jahre den Krater. Was heute von dem einstigen Krater übrig ist, lässt sich am deutlichsten im digitalen Höhenmodell der beiden Radarsatelliten erkennen.

 

Damals drang ein knapp tausend Meter großer Steinmeteorit in die Erdatmosphäre ein. Der riesige Feuerball traf mit mehr als 40.000 Kilometer pro Stunde auf die Oberfläche und bohrte sich tief ins Juragebirge hinein. In einem Kilometer Tiefe kam er dann zum Stillstand und explodierte. Gesteinsdampf brach mit einem Druck von zehn Millionen Bar und 30.000°C nach oben aus und schleuderte geschmolzenes Gestein und Trümmer bis zu 20 Kilometer hoch in die Atmosphäre. Zwanzig Sekunden nach dem Einschlag hatte sich ein Krater von 15 Kilometern Durchmesser und 4,5 Kilometer Tiefe gebildet. 

Das ausgeworfene Material fiel auf die Erde zurück und deckte im Umkreis von 50 Kilometern die Erde mit einer 30 bis 40 Meter dicken Trümmerschicht zu, der Krater weitete sich auf 20 bis 25 Kilometer aus. Die bei dieser urzeitlichen Katastrophe freigesetzte Energie entsprach vermutlich der Sprengkraft von rund einer Million Hiroshima-Bomben.

Quelle: http://www.scinexx.de/newsletter-galerie-658-1.html  - http://www.scinexx.de/dossier-detail-511-4.html

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