Auch der Harz hatte seine (Elster-) Eiszeit.

Nein, wir meinen nicht die Milch- oder Fruchteis-Zeit, die wir selbst gestalten k√∂nnen. Obwohl wir solche Eiszeiten auch lieben. ūüėȬ†Nein, gemeint sind die erdgeschichtlichen Eiszeiten bzw. Kaltzeiten, die¬† ¬†weite Teile der Nordhalbkugel betreffen. Und damit sind wir bei einem unserer Lieblingsthemen, die Erdgeschichte im weitesten Sinne. Heute nun mal etwas, das den Harz betrifft und nat√ľrlich auch die Erdgeschichte.¬†Und zwar¬†das¬†¬†Quart√§rzeitalter, das den¬†j√ľngsten Zeitabschnitt der¬†Erdgeschichte¬†einschlie√ülich des¬†Holoz√§ns¬†und damit der Gegenwart betrifft.¬†Das Zeitalter begann vor etwa 2,6¬†Millionen Jahren und dauert bis heute an. In dieser unvorstellbar langen Zeit wechselten immer wieder Kalt-und Warmzeiten ab.

450 Millionen Jahre Erdgeschichte insgesamt haben auch im Harz ihre Spuren hinterlassen: Meeresbedeckungen wechselten sich ab mit W√ľsten, tropischen S√ľmpfen und Gletschern. Als wertvolle Bodensch√§tze sind dabei Erz, Salz, Kohle und Erd√∂l entstanden. Bedeutende Fossilfunde zeugen von der wechselvollen und spannenden Geschichte unserer Region.¬†

Die Erde befindet sich  seit  rund 34 Millionen Jahren im Känozoischen Eiszeitalter, da seit dieser Zeit die Antarktis vergletschert ist. Nach einer anderen  Definition begann das derzeitige Eiszeitalter aber erst vor etwa 2,7 Millionen Jahren, seit auch die Arktis dauerhaft und in größerem Umfang mit Eis bedeckt ist. Dieser Zeitraum entspricht annähernd dem geologischen Zeitabschnitt des Quartärs.(Quelle)

Die arktische Vergletscherung begann also ungef√§hr vor 2,7 Mill. Jahren. Einer der Gr√ľnde sieht die Wissenschaft darin,¬†da√ü zu diesem Zeitpunkt die Landenge von Panama sich geschlossen hatte und warme Meeresstr√∂mungen¬†nach Norden umleitete und sich dadurch gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit erh√∂hte. Damit ist wohl auch die Entstehung des Golfstromes verbunden¬†(Quelle).¬†Vor allem auf der Nordhalbkugel der Erde waren gro√üe Teile¬†Europas,¬†Asiens¬†und¬†Nordamerikas¬†vergletschert. Viele Vereisungsspuren ¬†haben sich dort bis heute erhalten, beispielsweise Trogt√§ler, Mor√§nen¬†und Gletscherschliff. Und nat√ľrlich haben die klimatischen Ver√§nderungen sich auch auf die Welt von Pflanzen und Tieren ausgewirkt.¬†(PDF-Download: Spuren im Hartz)

Die j√ľngere Saale-Eiszeit¬†erreichte den Nordrand des Harzes, die letzte Vereisung der Weichsel-Eiszeit¬†erreichte den¬†Harz¬†nicht mehr.¬†Die Gletscher der Elster-Kaltzeit kamen unweit n√∂rdlich des Harzes zum Stehen und drangen lediglich an dessen Ostrand bis in das Th√ľringer Becken ein.¬†https://www.karstwanderweg.de/markau.htm¬†

"Verwitterte Flussschotter aus Harzgesteinen auf dem Schlossberg beweisen, dass die Sieber am Beginn des Eiszeitalters hier oberhalb verlief. Seither hat sie sich kr√§ftig eingetieft.....Im nachfolgenden Eiszeitalter wurde die gesamte (Einhorn-) H√∂hle dann allm√§hlich und fast vollst√§ndig mit 15 bis 30 m m√§chtigen Ablagerungen aus Lehm, Ton, Dolomitsand und eingeschl√§mmten Flusskiesen verf√ľllt. Unter dem F√ľhrungsweg der heute sichtbaren H√∂hle liegen so wertvolle konservierte Zeugnisse des gesamten Eiszeitalters.....¬†Der zentrale Teil des P√∂hlder Beckens wird von m√§chtigen eiszeitlichen Schotterablagerungen bedeckt.¬†" (Quelle)

 

weiterf√ľhrende Infos:

https://www.bioreskarstsuedharz.de/index.php 

https://www.planet-wissen.de/natur/klima/eiszeit/index.html 

https://www.praehistorische-archaeologie.de/wissen/grundlagen/die-eiszeiten/

https://www.geo.de/wissen/21236-rtkl-klimageschichte-haetten-sies-gedacht-wir-leben-einem-eiszeitalter

Eis - Kaltzeiten in Borddeutschland
Kaltzeiten in Norddeutschland

Ablagerungen der Elster-Kaltzeit sind in Nord- und Mitteldeutschland weit verbreitet zu finden. Die Ablagerungen reichen bis zur maximalen Ausdehnung des¬†Fennoskandischen Eisschildes, die in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th√ľringen durch die¬†Feuersteinlinie¬†gekennzeichnet ist. Der aus¬†kreidezeitlichen¬†Ablagerungen stammende¬†Feuerstein¬†wurde mit dem Eis von Nordeuropa nach S√ľd- oder Mitteldeutschland verfrachtet und an den Eisrandlagen, den Endmor√§nen, abgelegt. Das Eis der Elster-Kaltzeit erreichte in Deutschland den n√∂rdlichen Harzrand, verlief von dort nach S√ľdosten und √ľberwand √∂stlich des Bodetales den Unterharz. S√ľdlich des Harzes wandte sich das Eis nach Westen und drang auf eine Linie Bad Langensalza-Erfurt-Weimar vor. Von dort l√§sst sich der Eisrand √ľber Jena, Weida bis nach Zwickau verfolgen. Von Zwickau verlief er weiter am Erzgebirge entlang √ľber Chemnitz, Ro√üwein nach Freital, das¬†Elbsandsteingebirge¬†und das¬†Lausitzer Bergland. Westlich des Harzes ist der Verlauf des Eisrandes noch bis etwa Seesen, Alfeld und Rinteln recht genau bekannt. Weiter im Westen ist er unsicher, da er hier von den Gletschern der j√ľngeren Saale-Kaltzeit √ľberfahren wurde und die Endmor√§nen eingeebnet wurden. Anhand der Feuersteinlinie l√§sst sich die Lage des Eisrandes jedoch ungef√§hr weiter festlegen: entlang des Teutoburger Waldes, nach einem Knick von wenigen Zehnerkilometern nach S√ľden weiter nach Nordwesten n√∂rdlich der Ems bis in die n√∂rdlichen Niederlande und die Nordsee.(Quelle)

 

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Sachsen-Anhalt/Harz%2C%20Landkreis/Feuersteinlinie


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