Karte: 180 km Natur pur: Von der Küste über die A-4050 bis ans Meer zurück
Ein Tag voller Kontraste: Start an der sonnigen Küste, hinauf in wilde Gebirgslandschaften, vorbei an Bergdörfern, Stausee und Tal – und zum Abschluss zurück an die
warme Meeresluft. Eine Runde, die zeigt, wie facettenreich Andalusien ist.
Morgendliche Abfahrt – Küstenfahrt Richtung Almuñécar
Wir starteten früh in Torrox-Costa. Die Luft war mild, das Meer noch ruhig. Die Fahrt entlang der Küste Richtung Osten – vorbei an Nerja bis nach **Almuñécar – war ruhig und entspannt. Ein sanftes Aufwärmen, bevor das eigentliche Abenteuer begann.
Almuñécar → Otívar – Die Berge rücken näher
Hinter Almuñécar veränderte sich die Landschaft allmählich. Die Küste blieb zurück, und mit jedem Kilometer auf der A-4050 merkte man: Wir steigen auf. Avocado-, Mango- und Orangenplantagen kleideten die Hänge, die Luft roch nach Zitrus und Pinien.
Dann erreichten wir Otívar – ein kleines, ruhiges Bergdorf am Fuß
riesiger Felswände. Dort beginnt der legendäre Abschnitt, der diese Tour unvergesslich machen würde.
Die „Königsstrecke“ der A-4050 – Felswände, Schluchten und Stille
Kaum hinter Otívar, tauchten wir ein in eine andere Welt. Die Straße wand sich in langen, engen Kurven den Berg hinauf – mitten hinein in die Gebirgswelt
der Sierra de Almijara. Felswände ragten links und rechts senkrecht empor, teils überhängend,
teils wie ein Tor, durch das wir hindurchfahren mussten. Rechts öffneten sich tiefe Täler, tausend Meter nach unten. Links steil aufragender Stein. Das
Licht spielte über die Kalksteinwände, warf kantige Schatten und ließ die Felsen kupferfarben glühen. Der Asphalt war schmal, der Verkehr kaum vorhanden — oft waren wir völlig allein unterwegs.
Kein Motorengebrumm, nur der Wind, der durch die Schluchten zog. Mit jedem Kilometer änderte sich das Panorama: grüne Täler, steinige Hänge, dann wieder
mediterrane Pinienwälder. Es war, als ob die Landschaft mit uns wandelte – und wir mit ihr. Ein Ort, an dem man automatisch langsamer wird, um alles aufzunehmen.
Hochebene & Weiterfahrt nach Granada – Padul voraus
Irgendwann endete der felsige Abschnitt, die Berge wurden sanfter. Kleine Höfe, Felder, Pinien – ein ruhiger Übergang hin zur Provinz Granada. Die Straße führte uns
schließlich nach Padul, einem ruhigen Ort am Rand der Stadt. Am Rande der Berge ragte im Hintergrund die
majestätische Silhouette der Sierra Nevada auf – mit etwas Schnee, obwohl die Täler schon
fast sommerlich wirkten.
** entlang des Stausees – Padul → Dúrcal → Stausee & Talblick**
Von Padul aus ging es in Richtung Süden weiter. Kurz darauf öffnete sich ein weites Tal, in dessen Mitte der türkisfarbene Stausee Embalse de Béznar lag. Das Wasser glitzerte, eingerahmt von sanften Hügeln, Weinbergen und kleinen weißen
Häusern – ein ruhiges, fast friedliches Bild nach der wilden Gebirgsfahrt. Wir machten Halt an einem Aussichtspunkt, blickten über den See, während die
Sierra Nevada im Hintergrund thronte. Ein Moment der Ruhe und des Staunens, der uns daran erinnerte, wie vielfältig Andalusien ist. Weiter ging die Fahrt
über Dúrcal Richtung Küste. Die Straßen senkten sich langsam, das Klima wurde weicher, mediterraner.
Zeichen der nahenden Küste: Zuckerrohrfelder, Plantagen, Zitrusgärten.
Salobreña – Meer & Burg über der Küste
Schließlich erreichten wir Salobreña, wo das Meer wieder vor uns lag. Der
berühmte weiße Felsen mit seiner maurischen Burg wachte über die Küste. Der erste salzige Luftzug, das Funkeln des Wassers und die Wärme auf der Haut – all das war ein sanfter, aber
eindrucksvoller Übergang zurück von den Bergen ans Meer.
Rückfahrt nach Torrox-Costa – Abendlicht auf der N-340
Auf der Rückfahrt folgten wir der Küstenstraße N-340. Links das Meer, rechts
die Küste – und die Sonne, die langsam unterging, tauchte Felsen und Wellen in ein warmes, goldenes Licht. Möwen kreisten, das Meer rauschte leise, und die Farben wechselten von Blau zu Orange,
von Hell nach Dunkel. Am Ende dieses langen, intensiven Tages kehrten wir zurück nach Torrox-Costa – erschöpft, aber mit dem Gefühl, etwas ganz
Besonderes erlebt zu haben.
Fazit eines unvergesslichen Tages
180 km – und jeder einzelne Kilometer brachte neue Eindrücke, neue Farben, neue Gefühle. Bergwelt und Meer, Schluchten und Horizonte, Stausee und Salzluft. Diese Runde zeigte uns: Andalusien kann extremer, ernster, ruhiger und sanfter sein – alles an nur einem Tag.
Und wir? Wir sind dankbar, dass wir das erleben durften. Und gespannt darauf, wohin uns unsere Räder und unser Fernweh als Nächstes tragen werden.




























































