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Durch die Berge der Axarquía: Eine spontane Rundtour über Cómpeta, Periana, Riogordo & Comares
Manchmal sind es genau die spontanen Entscheidungen, die die schönsten Tage bringen. Unsere heutige Tour war so eine: eigentlich nur eine „kurzfristig angesagte“
Idee, am Ende jedoch eine der eindrucksvollsten Fahrten durch die Bergwelt Andalusiens. Wir kannten Teile der Strecke bereits aus unserem Aufenthalt 2024 – aber wie immer waren wir neugierig auf
neue Eindrücke. Und die gab es reichlich. Geplant war eine Route von Torrox-Costa über
Cómpeta, Periana und Riogordo nach
Comares – und von dort wieder zurück ans Meer. Was wir nicht wussten: Es sollte eine längere Fahrt werden, landschaftlich großartig und mit
deutlich mehr Kurven, Höhenmetern und Blicken ins Weite, als wir erwartet hatten. (Kleiner Tipp am Rande: Comares niemals an Festtagen besuchen – der Ort platzt dann förmlich aus allen Nähten!)
Von der Küste in die Hügel – der Aufstieg nach Cómpeta
Die Tour begann wie so oft an der Promenade von Torrox-Costa, wo die Meeresbrise uns kurz verabschiedete. Kaum einige Kilometer vom Wasser entfernt, änderte sich das Landschaftsbild: Avocado- und Mangoplantagen bedeckten die Hänge, terrassiert und in sattes Grün getaucht. Der Weg nach Cómpeta führte über Serpentinen, die sich durch die weißen Dörfer der Axarquía schlängeln. Je höher wir kamen, desto weiter wurde der Blick. Pinienwälder, Olivenhaine, Felsformationen – und über allem die wuchtigen Gipfel der Sierra Almijara.
In Cómpeta herrschte wie immer ruhige Dorfatmosphäre. Die weiß getünchten Häuser am Hang, die verwinkelten Gassen und der Ausblick vom Dorfplatz hinunter zum
Mittelmeer sind jedes Mal aufs Neue ein Genuss.
Über Periana und den Stausee La Viñuela
Hinter Cómpeta setzte sich die Reise über lange, kurvige Landstraßen fort. Olivenhaine, soweit das Auge reicht, und zwischendurch weite Täler mit verstreuten Fincas.
Kurz vor Periana erschien der türkisfarbene Stausee La Viñuela, eingerahmt von den Bergen der Sierra de Tejeda.
Dahinter ragte – bei guter Sicht – der majestätische Maroma, der höchste Berg der
Region. Die Luft war warm, aber angenehm frisch, und die Landschaft wirkte in der Mittagshelle fast pastellfarben.
Von Periana nach Riogordo – Andalusien im Zeitlupentempo
Der Abschnitt Richtung Riogordo führte uns in ein ruhiges,
landwirtschaftlich geprägtes Gebiet. Vereinzelte Mandelbäume, sanfte Hügel, ein Dorf, das scheinbar im eigenen Rhythmus lebt. Riogordo liegt malerisch
eingebettet zwischen Hügeln, die weißen Häuser schmiegen sich um die Dorfkirche – ein Ort, der wirkt, als würde er sich nie beeilen.
Der Höhepunkt: Der spektakuläre Anstieg nach Comares
Dann kam der Abschnitt, auf den wir uns besonders freuten: der Weg hinauf nach Comares.
Die Straße wand sich durch schroffe Felslandschaften immer weiter nach oben. Die Umgebung wurde rauer, wilder, ursprünglicher. Mit jedem Höhenmeter öffnete sich ein
Panorama, das atemberaubender wurde: endlose Olivenhaine, tiefe Schluchten, schwindelerregende Hänge. Und dann erschien es vor
uns: Comares, wie ein Adlerhorst auf einem Kalksteinfelsen – zurecht bekannt als „Der Balkon der Axarquía“. Der Ort selbst empfängt einen in völliger Ruhe. Enge Gassen
erlauben nur langsames Fahren, und die weißgetünchten Häuser reflektieren das Licht wie Spiegel. Oben angekommen, erwartete uns einer der großartigsten Aussichtspunkte der ganzen Region:
ein 360-Grad-Blick, der Küste, Schluchten, Hügelketten und ferne Bergmassive gleichzeitig sichtbar
macht.
Eine Besonderheit Comares’ sind die blau glasierten Keramikfußspuren, die durch das Dorf führen. Sie leiten vorbei an Aussichtspunkten, alten Mauerresten, verwinkelten Gassen und maurischen Details – Rundbögen, Treppen, Mauern. Ein Spaziergang durch Geschichte.
Wer Comares erreicht, steht nicht nur auf einem geografischen Höhepunkt – sondern auch auf einem emotionalen.
Der Weg zurück ans Meer
Die Rückfahrt führte über lange, schmale Straßen zurück in wärmere Regionen. Die Vegetation änderte sich wieder: Zuerst Pinien, dann Obstplantagen – und schließlich erschien am Horizont ein vertrauter blauer Streifen: das Mittelmeer.
Kurz vor Torrox-Costa senkte sich die Sonne bereits und tauchte die Landschaft in weiches Abendlicht. Ein würdiger Abschluss einer rund 170 km langen Tour, die uns über sechs Stunden lang begeistert hat – inklusive einer wohlverdienten Mahlzeit in Comares.
Zurück an der Küste endete dieser Tag genauso spontan, wie er begonnen hatte. Aber manchmal sind es genau diese Tage, die man am längsten im Herzen behält.


















































