Unterwegs in der Axarquía: Weiße Dörfer, wilde Kurven & ein XXL-Schnitzel – unsere 80-km-Genusstour
Torrox-Costa, 10 Uhr morgens. Die Sonne steht schon warm über dem Meer, und wir starten erneut zu einer dieser Touren, die eigentlich harmlos klingen – 80 Kilometer –, sich aber erfahrungsgemäß zu kleinen Tagesabenteuern entwickeln. Und genau deshalb lieben wir sie.
Von Torrox nach Algarrobo – der perfekte Einstieg
Unsere Route beginnt wie so oft mit der Abfahrt von der A7 nach Algarrobo, einem Ort, der von außen unscheinbar wirkt, aber kulinarisch eine kleine
Berühmtheit ist. Fun Fact: Algarrobo ist bekannt für seine Tortas de Algarrobo, würzige Olivenölküchlein mit Anis und Sesam.
Klein, aber mit Suchtfaktor – und eine Spezialität, die man sich merken sollte. Schon nach den ersten Kilometern wissen wir: Das wird wieder ein echter
Andalusien-Tag. Sonne, Berge, weiße Dörfer – und natürlich Kurven, die sich wie ein endloser Wurm durch die Hänge ziehen.
Sayalonga – Avocados, Gassen und ein Friedhof, den es nur einmal gibt
Weiter geht es nach Sayalonga, das mit seinen engen Straßen, freundlichen Bewohnern und einem besonderen Highlight punktet:
Hier steht der einzige runde Friedhof Spaniens, der „Cementerio Redondo“. Ein magischer Ort voller Geschichte – und ein architektonisches Kleinod
inmitten der Avocadoplantagen, für die die Region ebenfalls berühmt ist.
Aufstieg nach Cómpeta – wo Wein und weiße Häuser zuhause sind
Hinter Sayalonga wird die Landschaft rauer, die Ausblicke weiter, und die Straße schlängelt sich nach Cómpeta, einem der schönsten Bergdörfer
Andalusiens. Cómpeta ist bekannt für seinen Moscatel-Wein, seine Künstlerateliers und die fast märchenhafte Lage am Hang. Ein Dorf, das
man erlebt haben muss – zu Fuß oder (mit etwas Mut) mit dem Auto.Wir wollten wieder einmal sehen, wie weit wir mit unserem Wagen in die Altstadt vordringen
können. Kurz gesagt: Ein Stück weit ging es – bis der Wochenmarkt uns endgültig ausbremste. Die Gassen wurden enger, die Parkstände voller und irgendwann sagte uns unser Bauchgefühl, dass Rückwärts-Hang-Manöver nicht auf unserer To-do-Liste stehen. Also suchten wir
eine Ausfahrt – und fanden sie auch, glücklicherweise ohne bleibende Erinnerungen am Lack.
Archez, Corumbela, Daimalos – Andalusische Perlen in den Hügeln
Nach Cómpeta geht es weiter durch ein Mosaik aus Tälern und Höhen, die typisch für die Axarquía sind.
Nächster Stopp: Archez, ein winziges Dorf mit einem beeindruckenden Schatz – einem maurischen Minarett aus dem 14. Jahrhundert. Das kleine Zentrum wirkt wie ein Bilderbuch, eingehüllt von Orangenhainen und Olivenbäumen.
Auf den folgenden Kilometern über Corumbela und Daimalos erleben wir noch einmal das volle Programm: enge Straßen, spektakuläre Panoramen und weiße Häuser, die sich wie Vogelnester an die Hänge klammern. Diese Strecken gehören zu unseren absoluten Favoriten – und auch heute erinnern sie uns daran, warum wir Andalusien so lieben.
Wir gleiten weiter über die MA-119 bzw. MA-4110, eine Straße, die für uns gemacht scheint: Endlose Kurven, fantastische Fernblicke, Olivenhaine, Weingärten und kleine weiße Punkte, die sich beim Näherkommen als echte Ortschaften entpuppen.
Daimalos wäre fast zu übersehen – wäre da nicht die kleine, historische maurische Quelle Fuente Árabe, an der schon im Mittelalter Reisende rasteten.
Ziel in Trapiche: Ein Mittagessen, das Maßstäbe setzt
Nordöstlich von Vélez-Málaga liegt Trapiche, und dort das Restaurant unseres Vertrauens: 👉 El Cruce – ein Klassiker für Einheimische und hungrige Reisende (kein Werbeauftrag!). Nur: Wir waren zu früh. Spanische Küchen öffnen selten vor 13 Uhr, und so warteten wir geduldig – und wurden belohnt. Dagmar bestellte ein „Schnitzel“, das in Deutschland vermutlich als „Familienportion“ durchgehen würde. Die Folienkartoffel mit Knoblauchsoße duftete schon von Weitem. Ich gönnte mir meine geliebte Seezunge, frisch, zart, perfekt gegrillt. Ein Essen, das genau so schmeckt, wie man es sich im Urlaub wünscht: ehrlich, üppig und mit einem durchweg fairen Preis.
Heimweg nach Torrox – zufrieden & voller Eindrücke
Nach dem Essen ging es über die A7 zurück nach Torrox-Costa, wo wir gegen 15 Uhr wieder ankamen – müde, satt und mit einem Kopf voller
Bilder. Wieder ein unvergessliches kleines Abenteuer – wie Andalusien es eben schreibt.
Fazit des Tages
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80 km können sich anfühlen wie eine Weltreise.
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Die weißen Dörfer der Axarquía verlieren nie ihren Zauber.
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Mit dem Auto durch Altstädte? Kann man versuchen. Muss man aber nicht.
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Und: Ein perfekter Tag endet am besten mit Seezunge, Schnitzel und Sonnenschein.


































