400 Kilometer, Wolken am Himmel und Leben im Felsen
Der nächste Morgen in Dénia begann deutlich nüchterner als die Tage zuvor. Kein langes Verweilen, kein Abstecher – vor uns lagen
rund 400 Kilometer Fahrt bis nach Guadix. Eine Strecke, die Respekt verdient und Planung verlangt.
Ein Hotel mit allem, was man braucht
Für Guadix hatten wir bereits eine Nacht im Hotel Mulhacén (kein Werbeauftrag) vorgebucht. Ein typisch spanisches
Stadthotel: Parkplatz +Aufzug +Internet +Frühstück + Preiswert, sehr sauber und funktional – genau richtig für einen
Zwischenstopp.
Beim Frühstück machten wir dann kleine Abstriche: Es bestand im Wesentlichen aus einem belegten Baguette. Kein
Drama, aber eben auch kein kulinarischer Höhenflug.
Wetterwechsel und Autobahnkilometer
Das Wetter hatte sich über Nacht verändert. Die Sonne zog sich zurück und machte Platz für Wolken, die der Landschaft einen ganz anderen Charakter verliehen.
Aus Zeitgründen entschieden wir uns für die Autobahnroute über Murcia – zum Glück mautfrei. Eine Strecke, die nicht spektakulär, aber effizient ist. Genau das, was wir an diesem Tag brauchten.
Unterwegs fiel uns immer wieder dasselbe Bild auf:
- riesige Mandelbaumplantagen -kilometerlange Reihen -ein geordnetes, fast grafisches Landschaftsbild
Um 10 Uhr morgens fuhren wir los, gegen 15:30
Uhr erreichten wir Guadix – erstaunlich entspannt für diese Distanz.
Erste Begegnung mit Guadix
Nach dem Check-in nutzten wir die Gelegenheit für eine erste Stadtorientierung.
Guadix wirkte auf den ersten Blick ruhig, fast zurückhaltend – und doch spürte man sofort: Diese Stadt ist anders.
Guadix gilt offiziell als: größte europäische Stadt mit Höhlenwohnungen
Doch was bedeutet das eigentlich?
Höhlenwohnungen – Leben im Berg
In Guadix und der umliegenden Region leben Menschen seit Jahrhunderten in in den Fels gegrabenen Wohnhöhlen. Dabei handelt es sich nicht um primitive Unterkünfte, sondern um:
- vollständig ausgebaute Wohnungen
- mit Strom, Wasser und modernen Standards
- ganzjährig angenehm temperiert (kühl im Sommer, warm im Winter)
Diese Höhlen entstanden aus den weichen Lehmböden der Region, die sich leicht bearbeiten lassen. Ganze Stadtviertel – besonders im Viertel Barrio de las Cuevas – bestehen aus solchen Behausungen, die von außen oft nur durch weiße Schornsteine verraten werden.
Wir bekamen an diesem Nachmittag nur einen ersten Eindruck, waren aber sofort fasziniert.
Klar war:
Am nächsten Tag wollten wir unbedingt das Höhlenmuseum besuchen und tiefer
eintauchen.
Ein Höhlenhotel wäre sicher auch eine spannende Erfahrung gewesen.
Warum wir es nicht getan haben? Vielleicht aus Kostengründen. Vielleicht aus Bequemlichkeit. Vielleicht einfach, weil man nicht alles
auf einmal machen muss.
Bier, Neugier und Vorfreude
Zurück im Hotel ließen wir den Tag bei einem Bierchen ausklingen. Die Eindrücke sacken lassen. Pläne schmieden. Neugierig sein. Unsere Erwartung war klar gestiegen:
Guadix wollte entdeckt werden. Denn am nächsten Tag stand einiges an:
- Stadterkundung
- Höhlenmuseum
- und anschließend die Weiterfahrt über Málaga zurück nach Torrox Costa
- Ein voller Tag – und ein vielversprechender Abschluss dieser Reise.


















































