Blauer und grüner Kratersee - heute allerdings grau in grau.

Schon früh wurden wir mit einer kräftigen Regenschauer geweckt. Also gingen wir erst einmal in den Frühstücksraum, um uns dort verwöhnen zu lassen. Und während wir so unsere Tagespläne schmiedeten, lichtete sich der Himmel allmählich und aus dem Regen wurde zunächst Nebel. Wir zögerten noch ein bisschen, wollten also den Werdegang der momentanen Jahreszeit (lach!) abwarten. Und siehe da, es wurde tatsächlich eine Art Frühjahr mit herbstlichen Einschüben. Damit war klar, wir konnten unser Programm durchziehen, nämlich eine Fahrt in den Westen der Insel, um die beiden größten Seen der Azoren anzusteuern, die in einem riesigen Vulkankessel liegen. Man spricht hier von einem grünen (Lagoa Verde) und einem blauen ( Lagoa Azul) See,... wenn die Sonne das richtige Licht liefert. Das war heute leider nicht der Fall. Beide Seen wirkten heute grau in grau. Aber wir hatten trotzdem einen tollen Blick vom Kraterrand darauf. Und natürlich auf den Ort Sete Cidades, der unten liegt.

Wir ließen uns von einem Hinweisschild verführen, mit dem Auto einen breiten Wanderweg in Kraterhöhe zu befahren. Und das kilometerlang! Uns hätte allerdings kein Fahrzeug entgegen kommen dürfen, dann wäre ein Ausweichmanöver wohl sehr problematisch geworden. Wir wurden zusätzlich zu dieser doch auch für uns unerwarteten Strecke mit vielen wunderschönen Blicken auf die beiden Seen und auch auf die Küstenregion belohnt. Am Ende der Strecke stellten wir fest, dass es keine Einbahnstrasse war. Es hätte also passieren können, dass, ... wollen wir mal nicht mehr darüber nachdenken. Anschließend fuhren wir natürlich in den Kraterkessel hinein, zu dem Ort Sete Cidades, besuchten dort die Kirche, aber eine nette Kneipe lief uns nicht über den Weg. Stattdessen fuhren wir gemächlich über die Brücke, die beide Seen teilt,  weiter zu dem Aussichtspunkt "Vista do Rei", der einen spektakulären Blick auf die Seen bietet.

Im Prinzip sind die Strecken hier auf der Insel alle nicht weit, es sei , man fährt kreuz und quer und kriegt auch so seine  Kilometerleistung zusammen. Das ist uns heute wohl gelungen. Wir wollten noch zum westlichsten Punkt der Insel. Dort steht ein Leuchtturm (in Ponta da Ferraria) , den wir uns ansehen wollten. Vorher fanden wir noch eine Abfahrt, die zu einem schönen Ausblick auf die Südküste führte: Ponta do Escalvado. Hat gelohnt, mehr als der Leuchtturm.

Übrigens sei erwähnt, dass die Sehenswürdigkeiten hier auf der Insel alle sehr gut beschildert sind. Und die Straßen sind wirklich sehr gut zu befahren, extrem steile Strecken, wie auf der Insel Madeira (über 20%) , haben wir bisher keine entdeckt (bis 10%).  Nur die hohe Luftfeuchtigkeit ist hier  sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. [Heute und auch gestern hätte ich meine Bluse auswringen können.] Ein wenig macht uns die minimale Zeitumstellung von -2 Stunden zu schaffen. Morgens wollen wir früher raus, am Nachmittag beginnt bereits unsere Müdigkeit. Oder sollte das etwa doch mit unserem "jugendlichen" Alter zusammenhängen. Lassen wir mal im Raume stehen, lach!

Wir sind dann also weiter, nein,  wieder zurück Richtung Ponta Delgado. Irgendwo wollten wir unseren "Mittagstisch" zu uns nehmen, fanden aber kein geeignetes Lokal..., hier ist ja offiziell Winterzeit und keine Touristenzeit!  Also fuhren wir bis zum Hafen in Ponta Delgado und hielten  dort Ausschau. Schnell fanden wir das, was wir wollten: ein Lokal, das einheimische Rinder in gegrillter Form anbietet. Und so fiel unsere Wahl ganz schnell auf ein Sirloin-Steak "an besonderer Soße".  Köstlich! Butterweich! Herzhaft! Selten so ein tolles Stück Fleisch gegessen. Dafür lohnt schon ein Wiederkommen. (Am Schluss unserer Reise sind wir ja nochmal für zwei Nächte hier.) 

Nach dem Essen spazierten wir noch ein wenig durch die engen Gassen der Stadt, aber die weiteren Sehenswürdigkeiten haben wir zunächst mal links liegen gelassen. Auch die mächtige Burganlage am Hafen. Und die Ananas-Plantage haben wir auch nicht mehr besichtigt, obwohl heute früh noch geplant. Holen wir aber nach. 

Morgen fliegen wir schon früh zur nächsten Insel: Sao Jorge. Hoffen wir mal wieder auf einen angenehmen Wettergott!

 


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