Teil II: Es geht los... Von Ledge Point bis Cheela Plains (Australien)

Gastbeitrag von Beate: UnterwegsmitBeate.de 

 

01. Ledge Point: BIG 4 Holiday Park

 

https://www.big4.com.au/caravan-parks/wa/coral-coast/ledge-point-holiday-park

 

Große Rasenflächen-Stellplätze, teilweise Sand. Ziemlich leer. Freundlicher Service. Sauber und ruhig. Und unser erster, fantastischer Sonnenuntergang, der sich in den Fenstern des Campers spiegelt.

 

 

02. Cervantes: RAC Holiday Park

 

https://parksandresorts.rac.com.au/cervantes/

 

Gemütlicher Standplatz unter hohen Eukalyptusbäumen, ein kleiner Shop und ein Restaurant mit netten Leuten. Mein Avocado Smash mit Blick auf den Indischen Ozean war sensationell, und auch der später einsetzende Regen konnte uns die Stimmung nicht verderben.

 

 

    

 

 

 

Rechtzeitig zum Besuch des Nambung Nationalparks besserte sich dann das Wetter wieder, so dass wir die Pinnacle Wüste in ihrer ganzen Großartigkeit erleben konnten.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Nambung-Nationalpark

 

https://www.australia.com/de-de/places/wa/wa-pinnacles-nambung-national-park.html

03. Geraldton: BIG4 Sunset Beach Holiday Park

 

https://www.big4.com.au/caravan-parks/wa/coral-coast/geraldton-sunset-beach

 

Sensationelle Lage direkt am Strand, viele Rasenflächen, aber leider voller Hundehäufchen. Wir gönnen uns hier für 10 Dollar Aufpreis den Luxus eines "ensuite"-Stellplatzes mit eigener Dusche und WC und genießen den Sonnenuntergang am Strand, stilgerecht auf unseren Campingstühlen und mit einem eiskalten Bier in der Hand.

 

 

In Geraldton hieß es dann für uns das erste Mal tanken. Wir wussten zwar, dass der Treibstoff wie so vieles andere auch immer teurer wird, je weiter man in den Norden kommt. Dass das aber selbst für eine Stadt zutreffen kann, erfuhren wir hier.

1,379 A$ kostete der Liter Diesel im Süden, 1,499 A$ in der Mitte und 1,519 A$ im Norden. Zufall? (Währungsrechner)

Den preiswertesten Diesel gab es immer an den Shell-Tankstellen, den weitab teuersten in den Roadhouses. Im Willare Bridge Roadhouse östlich von Broome zahlten wir stolze 1,899 A$. Manchmal geht es halt nicht anders, und manchmal ist man sehr dankbar, überhaupt etwas in den Tank zu bekommen, wie wir später noch erfahren sollten.

 

 

Fahrt über die pinkfarbene Hutt Lagoon und den Kalbarri NP zum Hamelin Pool.    

04. Hamelin Pool Caravan Park & Cafe

 

https://hamelinpoolcaravanpark.com/

Sehr in die Jahre gekommener, rustikaler Campingplatz neben einer ehemaligen Telegraphenstation. Den Strom gibt's nur per Generator ("bitte nicht zwei Geräte gleichzeitig anschließen!"), das Café mit Shop quillt über vor verstaubtem Kitsch und Krempel, und die ältliche Besitzerin in ihrem etwas schmuddeligen Hippie-Outfit ist ziemlich planlos; an die Bezahlung für den Stellplatz mussten wir sie erst erinnern. Die Gemeinschaftsduschen und Toiletten sind zwar sauber, aber Rost und kaputte Amarturen scheinen hier Programm zu sein - und seinen Müll muss man auch wieder mitnehmen. Aber für diesen Campingplatz spricht eindeutig seine Lage in der Shark Bay, die in die Liste des UNESCO Weltnaturerbes aufgenommen wurde.

1956 wurden hier im Hamelin Pool Stromatolithen entdeckt, fast 3,5 Milliarden Jahre alte, biogene Sedimentgesteine aus teils sehr feingeschichtetem Kalk und die ältesten bekannten Lebensformen unserer Erde. Anders ausgedrückt: ohne diese lebenden Fossilien würde es uns nicht geben, und so erstaunt es dann auch nicht, dass die Aboriginals die Stromatolithen ihre "ancestors", also ihre Vorfahren nennen.

Ausflug nach Monkey Mia. Unsere Information war, dass die dortigen Delfinfütterungen bis 13 Uhr gingen, aber als wir um 10 Uhr in dem Resort ankamen, sahen wir gerade noch die beiden letzten Delfine wegschwimmen und eine weibliche Stimme aus dem Lautsprecher verabschiedete die Gäste bis zum nächsten Morgen um 7.45 Uhr. Dumm gelaufen. So nehmen wir halt nur ein Getränk zu uns und trösten uns mit dem Gedanken, dass die 13 Dollar Eintritt für das Resort der Forschung und den Delfinen zugute kommen. 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Monkey_Mia 

05. Carnarvon: BIG4 Plantation Caravan Park

 

https://www.big4.com.au/caravan-parks/wa/coral-coast/plantation-caravan-park?utm_source=guide&utm_campaign=guide&utm_medium=print

 

Superschön mit Palmen, Bougainvillea-Büschen und Papageiengekreisch in den Eukalyptusbäumen … aber mit ziemlich unfähigen und unflexiblen Mitarbeitern. Schon von Deutschland aus hatten wir ein relativ günstiges Paket mit 7 Übernachtungen auf BIG4-Campingplätzen gekauft, aber hier in Carnarvon wollte man es nicht anerkennen und machte Stress.    

 

Von Carnarvon und seinen Obst- und Gemüseplantagen ging es weiter über Coral Bay nach Exmouth. 

 

 

 

06. Exmouth: RAC Cape Holiday Park

 

https://parksandresorts.rac.com.au/exmouth/

 

Großartiger Stellplatz im Schatten unter Eukalyptusbäumen. Friedlich. Spitzschopftauben suchen im Gras nach Brotkrümeln und Haferflocken von unserem Frühstück, und beim Lesen schaut mir unvermutet ein Emu über die Schulter.

Für mich ein magischer Moment war die Begegnung mit einem Dingo, der plötzlich in etwa zwei Meter Entfernung vor mir stand. Wir schauten uns nur an – und irgendwie blieb die Zeit stehen. Leider zerstörte ich diesen Zauber, als ich nach meiner Kamera suchte, um das Erlebnis festzuhalten.

Klar, dass Dingos nicht auf einen Campingplatz gehören. Aber sie sind ungefährlich und eher scheu, und ich möchte diese Begegnung um keinen Preis missen. 

Tierbegegnungen fanden auf unserer Tour außerhalb der Campingplätze leider kaum statt; dafür sahen wir unzählige überfahrene Wallabys auf der Straße und am Straßenrand, mehrere kleine Beuteltiere, Schlangen und einen Schnabeligel. Ein Anblick, den ich kaum ertragen konnte.   

Der Holiday Park gefiel uns jedoch so gut (und ist perfekt, um von hier aus den Cape Range NP und das Ningaloo Reef zu erkunden), dass wir gleich drei Nächte blieben. 

Auf dem Weg über das Nanutarra Roadhouse zum Karijini NP fällt uns ein Schild auf, das auf den Cheela Plains Station Stay* aufmerksam macht. Warum hier im Herzen der Pilbara-Region nicht einmal auf einer Farm übernachten? denken wir uns und biegen kurz entschlossen von der Hauptstraße ab. Wir sollten es nicht bereuen.

07. Cheela Plains Station Stay

 

https://www.cheelaplains.com.au/

 

Die Cheela Plains Station gehört Evan and Robin Pensini, die hier mit ihren vier Jungs eine Rinderzucht betreiben und als zweites Standbein Station Stay anbieten. Wir fragen nach einem Stellplatz mit Stromanschluss und stehen kurze Zeit später neben einer Handvoll anderer Camper im Schatten von kleinen Bäumen um eine runde Rasenfläche herum.

Duschen und Toiletten sind in einem silbern blinkenden Wellblechschuppen untergebracht und blitzsauber, die Campingküche großzügig bemessen. Dass es hier kein fließend heißes Wasser gibt, stört nicht, denn da erinnert ein Schild die Spülerin: "Need hot water? Boil the kettle."

Alles ist sehr freundlich und familiär hier … bis auf die schätzungsweise 100.000 Fliegen, die uns belästigen. Unflätiger Reisetagebuch-Eintrag: "Scheiß-Mist-Viecher!!!!!!!!"  

 

Nach wieder einem gemütlichen und ausgiebigen brekkie* geht's weiter Richtung Karijini NP. Da es zu dieser Jahreszeit schon ziemlich früh dunkel wird und wir nicht bei einsetzender Dämmerung auf dem Campingplatz des Nationalparks mit seinen Schotterstraßen einlaufen wollen, stoppen wir schon nach schlappen 170 Kilometern in Tom Price.

 

Die Kleinstadt Tom Price mit ihren 5.460 Einwohnern "ist ein als grüner Garten getarntes Bergbaustädtchen, das mit seinen üppigen Grünanlagen ein wenig Oasenatmosphäre zu schaffen versucht" schreibt unser Reiseführer. Wir sehen das ähnlich, ergänzen unsere Lebensmittel-Vorräte im hiesigen Coles-Supermarkt und genießen unter den beobachtenden Blicken von einigen Little Corellas erst einmal einen kleinen Snack und einen flat white* im Palmenschatten.

 

Australien ist kein billiges Land; die Lebenshaltungskosten sind höher als bei uns. Und immer wieder erstaunt mich das Angebot, vor allem bei Obst und Gemüse. Da gibt es nichts, was es nicht gibt (es sei denn, das Flugzeug mit den Weintrauben ist ausgefallen), und alles wird ausgesprochen appetitlich präsentiert; Salate, Kohl und Frühlingszwiebeln liegen sogar auf Eis. In den ganzen 6 Wochen sah ich nie auch nur ein Stück Obst, das nicht perfekt war. Wer kauft und bezahlt das alles? frage ich mich – und vor allem: was machen die mit den Sachen, die nicht mehr ganz frisch sind? 

 

Unser Bier ist auch alle, aber es ist Sonntag, und wie überall im Land hat der bottlemart* geschlossen. Kein Problem; den Sonnenuntergang auf dem Campingplatz können wir auch ohne Alkohol feiern.     

 

 

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FORTSETZUNG FOLGT

von Cheela Plains bis Broome

 

 

 


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